Köln - Alarm im Zoo! In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ins Aquarium eingebrochen. Vier giftige Gila-Krustenechsen sind seitdem verschwunden. Ihre Bisse können tödlich sein.
„Da hat jemand zielgerichtet ein Fenster hinter dem Kassenhäuschen aufgebrochen, um an das direkt dahinterliegende Terrarium zu gelangen“, erklärte Zoodirektor Theo Pagel zerknirscht. „Um 7 Uhr ist den ersten Pflegern der Einbruch aufgefallen. Die Diebe kannten sich aus und wussten offenbar, was sie klauen.“
Gila-Krustenechsen (lat.: „Heloderma suspectum“), auch „Gila-Monster“ genannt, leben in der Sonora-Wüste im US-amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet. Sie werden bis zu 30 Jahre alt, 50 Zentimeter lang und sind neben den Skorpion-Krustenechsen die einzigen giftigen Echsen der Welt.
„Ihre Bisse können tödlich sein“, erläuterte Zootierarzt Dr. Olaf Behlert die Gefahr auf, die von den Tieren ausgeht. „Sie injizieren das Gift nicht wie Schlangen durch zwei Hohlzähne im Oberkiefer. Bei ihnen läuft das Gift durch feine Kanäle der Zähne im Unterkiefer. Sie kauen sich fest und massieren so das Gift unter die Haut des Opfers. Es ist dann auch schwer, die Tiere überhaupt wieder loszulösen.“
Deshalb war das Aquarium am Sonntag zunächst geschlossen, später wurde es geöffnet, aber der Zugang zu den Terrarien blieb dicht. „Wir wissen ja nicht, ob die Diebe alle Tiere mitgenommen haben, oder ob ihnen eins entwischt ist, dass sich jetzt versteckt“, so Aquariumschef Dr. Thomas Ziegler.
In der Nacht zu Montag sollte mit Taschenlampen weiter gesucht werden.Die Echsen beißen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Ihr Gift heißt Gilatoxin, es ist ein Nervengift.
Für die Tiere gibt es offenbar einen Schwarzmarkt. Einigen Terrarianer scheint wegen der strengen Artenschutzbestimmungen jedes Mittel recht zu sein, um an Tiere zu gelangen. „Gila-Krustenechsen sind einige Tausend Euro je Stück Wert“, erklärt der Zoodirektor.
Hinweise auf den Verbleib der vom aussterben bedrohten Tiere erbitten der Zoo (Telefon 0221/7785–100) oder das Kriminalkommissariat 55 (Telefon 0221/229–0).
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