Köln - Die Anklage lautet auf versuchten Mord.
Im September vergangenen Jahres hatte der Türke Davut Y. (43) seiner Ex-Freundin (29) aufgelauert, sie vor deren Wohnung in Kalk niedergestochen.
Beim Prozessbeginn sprach der Angeklagte am Dienstag von Ehre.Die Absicht, seine Ex-Freundin Canan heimtückisch zu ermorden, habe er jedoch zu keiner Zeit gehabt.
„Wenn überhaupt, dann müsste die Anklage auf versuchten Totschlag lauten“, so Y.s Verteidiger Tamer Yakin zum EXPRESS. Denn es sei eine spontane Handlung gewesen.
Im Jahr 2005 hatten sich Davut und Canan kennengelernt. Er lebte in der Türkei, sie in Köln-Kalk. Canan besuchte Davut immer wieder, eine Fernbeziehung entstand. „Sie war meine große Liebe“, so Davut. Doch die stand unter keinem guten Stern.
Canans Eltern lehnten den Freund ihrer Tochter ab, im Januar 2007 trennte sich die Türkin. Davut wollte das nicht akzeptieren. Er bemühte sich um eine Duldung in der Bundesrepublik. Dann stand er auf einmal mit einem Messer vor Canans Tür.
Mit mehreren Stichen verletzte er seine Ex an Schulter und Hüfte schwer. „Ich lege großen Wert auf Ehre, fühlte mich verletzt“, so Davut. Zwei Tage nach der Tat hatte sich Y. gestellt. Es sind noch vier Verhandlungstage vorgesehen.
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