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Pegida in Köln: Die hässliche Fratze der Chaoten

Pegida-Demo: Die komplette Chronologie im Video

Ganz Europa schaute nach Köln. Wie würde der Aufmarsch der rechten Pegida-Bewegung ablaufen? 1700 Polizisten waren aus mehreren Bundesländern zusammengezogen worden.

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1700 Polizisten waren aus mehreren Bundesländern zusammengezogen worden. 

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NRW-Innenminister Ralf Jäger (54, SPD) wurde ständig über die Situation unterrichtet, denn einen weiteren Eklat konnte er nicht gebrauchen.

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Dieser Hooligan zeigte sein tätowiertes Gesicht.

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Sie füllten sich vorher reichlich mit Bier ab, einige Hooligans hatten laut Polizei auch aufputschende Substanzen geschluckt, um sich stark zu machen. Und dann marschierten sie – und zeigten ihr hässliches Gesicht.

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Einige Demonstranten reisten vermummt an.

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Gegen 14 Uhr gab es einen ungewohnt starken Zulauf der rechten Szene.

Statt erwarteten 500 kamen rund 1700 zur Pegida-Demo an der Nordseite des Breslauer Platzes. Durch eine starke Polizeikette getrennt demonstrierten rund 1500 linke Anhänger im Süden gegen die Pegida-Teilnehmer.

Aggressive Neo-Nazis waren auf Randale aus

Beide Gruppen pfiffen, riefen Parolen, schwenkten Transparente. Alles schien zunächst friedlich. Doch dann wurde die erste NPD-Fahne geschwenkt und es bildete sich ein Kern von rund 100 hochaggressiven Neo-Nazis, die plötzlich zeigten, dass sie Randale wollten.

Erste große Böller wurden gezündet, noch bevor sich der Zug in Bewegung setzte. Dazu flogen Glasflaschen in Richtung Polizisten und Journalisten. Die Stimmung kippte, beleidigende Parolen Richtung Polizei wurden gebrüllt.

Gewalttätige Hooligans: Polizei muss Demo stoppen

Dann marschierten sie. Doch mit jedem Meter war klar, dass diese Gruppe mit den 100 Nazis an der Spitze nicht weit kommen würde. Weitere sogenannte „Polen-Böller“, die eine enorme Explosionskraft haben, flogen in Richtung Polizei.

Der Aufmarsch stockte, denn immer wieder musste die Polizei die Teilnehmer auffordern, das Werfen von Glasflaschen und Pyrotechnik zu unterlassen.

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Die Polizei beobachtete das Geschehen, griff aber nicht hart zu.

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Nach 500 Metern war Schluss. Wieder hagelte es Böller. Dann setzte die Polizei Wasserwerfer ein, drängte eine nach vorne stürmende Gruppe massiv zurück. „Die Demonstration ist hiermit beendet“, teilte die Polizei mit. Was dann folgte, war das hässliche Gesicht von Pegida.

Pegida wird zurückgedrängt

Nur mit dem Wasserwerfer war es noch möglich, die Chaoten zurückzudrängen, bis sie schließlich wieder am Breslauer Platz standen. Ein paar Beschimpfungen Richtung Polizei, dann waren die Randalierer müde. Die Ersten reisten mit den Zügen ab. Im Bahnhof stärkte sich der harte Kern noch mit Pizza, bis auch er in den Zügen verschwand.

Nach vorläufigen Angaben wurden mehrere Polizisten und ein Journalist verletzt. 15 Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen, um weitere Straftaten zu verhindern, teilte die Polizei am Abend mit. Es werden nun Videos und Fotos ausgewertet, um möglicherweise weitere Strafverfahren gegen  Hooligans einzuleiten.

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Der Leitende Polizeidirektor Michael Temme trug die Verantwortung. 

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dpa

Zurückdrängen statt hartes Eingreifen

Einsatzleiter Michael Temme hatte wahrlich eine große Aufgabe vor sich. Denn es war klar, dass diese Demo der Pegida-Bewegung alles durfte –  nur nicht schiefgehen. Mit seinem Stab saß er im Polizeipräsidium und schaute sich die Live-Bilder an, die ein Hubschrauber aus der Luft machte.

Warum durften die Demonstranten überhaupt losmarschieren?

Warum der Leitende Polizeidirektor bei der Demo die rund 100  Hooligans und Nazis an der Spitze vorneweg überhaupt losmarschieren ließ, verwunderte selbst Polizisten. Egal. Er hatte so entschieden,also war man gespannt, wie die Rechten sich benehmen würden.

Wieder flogen die gefährlichen Böller. Es wurden Lautsprecherdurchsagen gemacht. Wiederholt. Noch einmal wiederholt. Und noch einmal, während es die ersten verletzten Polizisten gab.

Die Polizei forderte folgerichtig die Teilnehmer auf, sich von den tobenden und randalierenden 100 Mann zu distanzieren und zurück zum Bahnhof zu gehen – was diese unterließen.

Immer mehr Flaschen und Böller - auch Polizisten wurden verletzt

Temme gab den Befehl: Wasserwerfer einsetzen. Unklar ist aber, warum er  die 100 Mann nicht von den anderen Personen trennen ließ. Statt die Störer zu überwältigen, hagelte es immer mehr Flaschen und Böller.

Man spürte, dass die Beamten der Einsatzhundertschaft gern in vorderster Front sich die Chaoten geholt hatten. Aber das durften sie nicht. Denn es sollte kein Kräftemessen, keine Bilder von auf dem Boden liegenden Chaoten, die gefesselt abgeführt werden, geben.

Es sollten unbedingt Parallelen zur Silvesternacht vermieden werden. Also ließ er die Meute zurückdrängen zum Bahnhof.

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