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Express.de | Opfer erhoffen Antworten: Gespräch über NSU-Anschläge
31. August 2012
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Opfer erhoffen Antworten: Gespräch über NSU-Anschläge

Ausschussvorsitzender Sebastian Edathy (r.) unterhält sich mit Opfern der Bombenanschläge.

Ausschussvorsitzender Sebastian Edathy (r.) unterhält sich mit Opfern der Bombenanschläge.

Foto:

Rust

Köln -

Die Kölner Opfer des Bombenanschlags in der Probsteigasse 2001 und des Nagelbombenanschlags in der Keupstraße 2004 hoffen auf Antworten.

Sebastian Edathy (SPD), Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses und Bundestagsabgeordneter, sprach mit ihnen, machte sich am Freitag im Polizeipräsidium ein Bild über die Stimmung unter den Betroffenen.

Ein Rechtsanwalt berichtete, einer seiner Mandanten, der ebenfalls ein Opfer des Nagelbombenanschlags gewesen sei, habe sich vor drei Monaten das Leben genommen. Auch das sei ein Resultat des Anschlags. Der Mann sei mit den Folgen der Explosion nicht zurechtgekommen. Der 34-Jährige hinterlasse eine Ehefrau und ein dreijähriges Kind.

Insgesamt etwa ein Drittel der Kölner Opfer war der Einladung des Untersuchungsausschusses gefolgt. Sie ließen sich über den aktuellen Stand der Ermittlungen gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) informieren. Bei dem Treffen sei noch einmal deutlich geworden, wie traumatisierend die Anschläge gewesen seien, sagte Edathy nach dem rund dreistündigen Gespräch.

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers entschuldigte sich bei den Opfern dafür, dass sie sich in den Jahren vor der Entdeckung der wahren Täter bei den polizeilichen Ermittlungen als mögliche Tatverdächtige fühlen mussten.