Politik ist oft eine schmutzige Angelegenheit. Die Verwaltung sorgt dabei aber für immer weniger Transparenz: Sie lässt nämlich die Fenster städtischer Gebäude ab sofort nur noch von außen putzen.
Doch nicht nur in den städtischen Verwaltungsgebäuden sollen die Fenster nicht mehr von innen geputzt werden, sondern auch in Schulen, Kitas und Museen. Jährlich sollen so 150.000 Euro eingespart werden. Das Haushaltsloch liegt bei 464 Millionen Euro!
„Am besten, die lassen sogar nur die obere Hälfte putzen“, ätzt der FDP-Fraktionsgeschäftsführer Uli Breite. „Dann kommt oben noch Licht rein, aber unten kann keiner mehr rausgucken und ist dadurch auch nicht mehr abgelenkt. Das steigert sicher die Produktivität der Verwaltung und sorgt für mehr Konzentration bei den Schülern und Kita-Kindern.“
Geputzt wird außen allerdings auch nur noch alle 15 Monate. CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka poltert: „Wie soll man mit solchen Maßnahmen Kinder zu Sauberkeit erziehen? Wir wollen saubere Schulen und Kitas. Aber der Oberbürgermeister darf seine Fenster gern selbst putzen.“
Genau das darf er nicht: Als nämlich die FDP vor Jahren mal selbst ihre Fenster putzte, kam prompt ein Verbot vom Oberbürgermeister-Amt. „Das sei aus versicherungstechnischen Gründen nicht erlaubt“, so Breite. Wie Kita- und Schulfenster bald aussehen, kann sich jeder ausmalen.
„Ich bin damit auch nicht glücklich und rechne mit Protesten“, sagt Schuldezernentin Dr. Agnes Klein (SPD). „Aber hätte ich mich verweigert, müsste ich für meinen Anteil der Sparsumme an anderer Stelle sparen. Und das wäre noch schlimmer.“ Immerhin gibt es keine Extrawurst: Auch die Fenster in den Amtsräumen des OB fallen unter die neue Regelung.
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