Empfehlen | Drucken | Kontakt11.03.2010 - 22:14 Uhr

In Köln stationiert: Neues Spezial-Kommando gegen Hooligans

Von OLIVER MEYER
Foto: Peter Käsmacher
Köln –  

Jetzt geht es den Hooligans an den Kragen! Denn die Bundespolizei stellte am Donnerstag erstmals ihre neue Supertruppe im Kampf gegen Fußball-Chaoten vor: Die sogenannte „Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit“, im Polizei-Jargon kurz: MKÜ.

Wir kennen die hässlichen Szenen: grölende und betrunkene Hooligans, die an Bahnhöfen und auf dem Weg zum Spiel Flaschen werfen oder einfach nur eine Schlägerei suchen. Jürgen Bischoff, Präsident der hiesigen Bundespolizeidirektion: „Weil die Straftaten durch Hooligans extrem zunehmen, haben wir diese Einheit ins Leben gerufen, die rund um die Uhr in ganz NRW zur Verfügung steht.“

Hier übt das MKÜ den Ernstfall - Fotos
Bildergalerie ( 13 Bilder )

Bedeutet: Neben den Einsatzhundertschaften begleiten diese Spezialkräfte zukünftig auffällige Fans der Klasse C, die als äußerst gewaltbereit gelten. Und, so Bundespolizeisprecher Jens Flören: „Die vier Einsatzzüge der MKÜ mit rund 100 Mann können, wenn es erforderlich ist, blitzschnell per Hubschrauber vom Standort Köln an den jeweiligen Brennpunkt eingeflogen werden. “

Ein mögliches Szenario: Kölner Hools sind mit der Bahn auf der Anreise nach Bremen und randalieren plötzlich in Osnabrück. Sofort starten die Hubschrauber und bringen die Kräfte innerhalb von 30 Minuten zum Einsatzort.

Die Beamten, die eine ganz normale Ausbildung der Bundespolizei hinter sich haben, sind vor allem in der Teamarbeit fit. „Jeder Handgriff muss sitzen, die Kommunikation in der Truppe stimmen, damit die Einsätze erfolgreich laufen“, so Präsident Bischoff, der bereits Kommandeur der Elite-Einheit GSG 9 war.

Die Mitglieder der MKÜ sind vor allem taktisch darauf trainiert, die Rädelsführer bei Krawallen zu identifizieren, von der Gruppe zu trennen und vorläufig festzunehmen.

Am Donnerstag zeigte die MKÜ, wie schnell sie ist. Drei Hubschrauber mit jeweils 18 Mann standen plötzlich am Himmel, zwei Minuten später sicherten sie bereits 50 randalierende Fußball-Chaoten – täuschend echt gespielt von Kollegen aus der Unterkunft Heimerzheim.

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