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Nächstes Bau-Desaster: Der Kalkberg ist nicht mehr zu retten!

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Hier sollten bald Rettungshubschrauber laden.

Foto:

Stefan Worring

Aus und vorbei: Die Rettungshubschrauber-Station auf dem Kalkberg in Buchforst sackt weiter ab.

Nach EXPRESS-Informationen aus dem Rathaus ist der Kalkberg nicht mehr zu retten.

Es ist der nächste Bauskandal nach dem Debakel um die Oper, die statt 232 plötzlich 460 Millionen Euro kosten soll.

14 Millionen Euro wurden am Kalkberg bereits verbuddelt – aber offenbar nicht tief genug.

Ein Bodengutachter, den die Stadt vor der Detailplanung beauftragt hatte, den Untergrund zu ergründen, hatte nach bisherigen Erkenntnissen nicht tief genug gebohrt, um die Belastbarkeit und damit die Statik des Geländes zu bewerten.

Unverständlich, da es sich bei dem Baugrund um die frühere Deponie der Chemischen Fabrik Kalk (CFK) handelt.

Die Stadt hat die Hubschrauberstation auf Basis dieser Bodenprüfung gebaut – und muss jetzt zusehen, wie die Gebäude im Berg versinken.

Um mehr als 14 Zentimeter sind sie bereits abgesackt, tiefe Risse zeigen sich im Beton, Stahlträger verbiegen sich – und ein Ende ist nicht abzusehen.

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Kein Halten auf dem Kalkberg

Als die Verwerfungen zehn Zentimeter erreicht hatten, sagten Experten bereits voraus, dass die Schäden in der Statik nicht mehr zu beheben seien.

Die Stadtverwaltung wollte aber retten, was zu retten ist.

Stadtdirektor Guido Kahlen (66, SPD) hat erneut einen Gutachter eingeschaltet, der feststellen sollte, was schiefgelaufen ist: „In jedem Fall ist bereits nachdrücklich herauszustellen, dass das Setzungsverhalten der Halde hier massiv unterschätzt wurde“, hat das Ingenieurbüro Roger Grün der Stadt mitgeteilt.

Das ist ein massiver Vorwurf an den Bodengutachter.

Der Gesundheitsausschuss soll am 8. Dezember über das Dilemma informiert werden.

Kahlen will den Bodengutachter in Regress nehmen.

Und jetzt? Im Rathaus wird über einen Abriss der Gebäude gesprochen.

„Entweder man baut dann dort neu – und zwar richtig. Oder wir bauen auf einem Flugplatz bei Leverkusen, der bei der Auswahl damals als zu teuer verworfen worden war“, sagen mit der Materie vertraute Experten.

Köln braucht eine zentral gelegene Station, weil nach Gesetz ein Rettungshubschrauber in maximal zwölf Minuten jeden Einsatzort im Stadtgebiet erreichen können muss.

Derzeit starten und landen die Hubschrauber am Flughafen – im äußersten Südosten Kölns.

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Chronik einer unglaublichen Pannenserie

Strittig war der Standort Kalkberg für den Hubschrauberplatz immer.

Im Dezember 2011 bewilligt der Rat 10,9 Millionen Euro, um dort zu bauen. 2015, in der heißen Bau-Phase, setzt die Pannenserie ein:

• Ende März 2015 laufen 5000 Liter Löschwasser aus einem Tank aus: Schäden am Estrich.

• Der Bau wird teurer: Die Politiker müssen Geld nachlegen – insgesamt 2,4 Millionen Euro.

• Inzwischen wird festgestellt, dass der Hangar auf einer Seite absackt. Erste Risse in der Bodenplatte treten auf.

• Die geplante Inbetriebnahme am 1. Juli wird verschoben.

• Im August hat die Schieflage des Hangars bereits zwölf Zentimeter erreicht.
• Die Stadt schaltet Rechtsanwälte ein, die Regressansprüche prüfen sollen.

• Das beauftragte Ingenieurbüro Roger Grün legt im Oktober einen Bericht vor: „In jedem Fall ist bereits nachdrücklich herauszustellen, dass das Setzungsverhalten der Halde hier massiv unterschätzt wurde.“ Es sei bei der ersten Bodenuntersuchung nicht tief genug gebohrt worden.

• Weitere Messungen. Geprüft wird, ob der sinkende Bau mit Pfählen im Baugrund und dem Unterspritzen der Bodenplatte stabilisiert werden könnte.

• Jetzt steht offensichtlich fest, dass es sich nicht lohnt, dass es nicht geht. Rund 14 Millionen Euro versenkt! Weitere Millionen werden folgen.

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