Empfehlen | Drucken | Kontakt11.02.2012 - 20:30 Uhr

Nach Infarkt und Hirnschlag: Kult-Köbes kämpft sich ins Leben zurück

Von ARNO SCHMITZ
Axel Bergow macht schon wieder seine ersten Schritte. In der Reha arbeitet er an seinem Comeback.
Axel Bergow macht schon wieder seine ersten Schritte. In der Reha arbeitet er an seinem Comeback.
Foto: Eduard Bopp/Arno Schmitz
Köln –  

Axel Bergow (66) ist ein Köbes aus dem Lehrbuch. Fast 15 Jahre lang unterhielt er seine Gäste in der Malzmühle wie kein Zweiter. Wer sich etwa über zähes Fleisch beschwerte, dem bot er auch mal seine dritten Zähne an: „Probier’s mal hiermit.“

Doch am 14. Dezember war Schluss mit lustig. Hirnschlag und Herzinfarkt kamen im Doppelpack, hauten den starken Köbes von jetzt auf gleich um. „Ich lag im Bett und habe versucht, meine Frau zu wecken, mehr weiß ich nicht mehr“, erinnert er sich.

So kennt man ihn: Köbes Axel ist in seiner Malzmühle um kaum einen Spruch verlegen. Trotz seiner ruppigen, köbeseigenen Art lieben ihn Gäste und Kollegen.
So kennt man ihn: Köbes Axel ist in seiner Malzmühle um kaum einen Spruch verlegen. Trotz seiner ruppigen, köbeseigenen Art lieben ihn Gäste und Kollegen.
Foto: Eduard Bopp/Arno Schmitz

Vor allem dank seines Sohnes, der als gelernter Krankenpfleger umgehend die richtigen Schritte einleitete, sei er noch mal glimpflich davon gekommen, glaubt Axel, der derzeit in der BDH-Klinik in Vallendar bei Koblenz seine Reha absolviert.

Ex-FC-Kapitän Ralf Hauptmann sei der erste Besucher am Krankenbett gewesen, erzählt Axel. Während Hauptmanns Zeit in Köln (1993 bis 2001) wurden die beiden Freunde. „Dass er jetzt sofort extra aus Dresden rüberkam, ist der Hammer“, freut sich Axel: „Solche Freunde geben dir den Mumm, weiterzumachen.“

Auch sein Chef-Trio aus der Malzmühle habe ihn besucht und halte regelmäßig Kontakt, so Axel: „Einige Gäste fragen wohl häufiger: »Wann kommt der Bekloppte zurück?« Ich weiß noch nicht genau, wann, aber ich werde wieder arbeiten!“

Von gut gemeinten Ratschlägen, der Gesundheit wegen kürzerzutreten und die Rente zu genießen, hält Bergow nicht viel. Schon vor einigen Jahren entschied sich der Niederzissener letztlich doch gegen ein Angebot, in Remagen und damit heimatnäher zu arbeiten. Und auch jetzt, nach Hirnschlag und Herzinfarkt, sagt er: „Ich brauche das kölsche Flair, will wieder in die Malzmühle. Wenn ich wieder richtig gesund bin, will ich zumindest ein, zwei Tage die Woche arbeiten.“

Axel Bergow – der Mann kann nicht ohne Kranz und verspricht seinen Stammgästen: „Ich komme zurück!“

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