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Moschee-Skandal: Neue Vorwürfe: OB Roters fordert Sondersitzung

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Die 25-Millionen-Euro-Baustelle in Ehrenfeld: Architekt Paul Böhm wurde vom Moscheeverein Ditib gefeuert.
Die 25-Millionen-Euro-Baustelle in Ehrenfeld: Architekt Paul Böhm wurde vom Moscheeverein Ditib gefeuert.
Foto: uwe weiser
Köln –  

Im Skandal um die Ehrenfelder Großmoschee geht es ans Eingemachte. Ein Millionen-Rechtsstreit zeichnet sich ab. Politiker verlangen eine Sondersitzung des Moschee-Beirats. Der gefeuerte Star-Architekt Paul Böhm erhebt schwere Vorwürfe.

Nach dem Austausch des Ditib-Vorstands und aller projektbeteiligten Ditib-Mitarbeiter verfolgt die Ditib völlig andere Pläne, was die Gestaltung der Moschee angeht“, so Böhm auf EXPRESS-Anfrage. „Um diese zu realisieren wird seit Monaten ein Szenario aufgebaut, die jetzt erfolgte Kündigung zu legitimieren und uns von der Baustelle zu drängen.“

Konkrete Vorwürfe kenne auch er nicht: „Ich vermute, dass die Ditib auf die Qualität des Sichtbetons abzielt“, so der 52-jährige Architekt. „Die wollen die Oberfläche der Fassade verändern, der neue Vorstand verlangt eine weiße Moschee. Dabei wurde genau dieser Beton vom alten Vorstand ausgewählt, nach sechs Monaten mit Materialproben. Der neue Ditib-Vorstand hat völlig neue Vorstellungen – nicht nur ästhetisch, sondern auch politisch und ideologisch.“

Der Moscheebauverein wirft Böhm „gravierende Baumängel, Kostenexplosion und Bauverzögerung“ vor. „Die Ditib hat seit Monaten nicht mitgearbeitet, notwendige Entscheidungen nicht getroffen und so selbst dafür gesorgt, dass wichtige Termine nicht eingehalten werden konnten“, kontert Böhm. „Es gab einen massiven Vertrauensverlust. Deshalb haben wir selbst die Kündigung zum 24. Oktober ausgesprochen.“

Schon vor Monaten habe die Ditib einen eigenen Architekten eingesetzt, so Böhm. „Seine Argumente ändern nichts daran, dass es gravierende Baumängel, etwa an der Kuppel, gibt“, sagte Ditib-Sprecherin Ayse Aydin gestern. Und zu den ausstehenden Honoraren: „Wer keine Leistung bringt, bekommt auch kein Geld.“

Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) sprach von einer „misslichen Situation“ und forderte gestern eine zügige Sondersitzung des Moschee-Beirates: „Beide Seiten müssen jetzt offen darlegen, was die Hintergründe dieser Auseinandersetzung sind.“
Böhm bleibt kämpferisch: „Wir wollen das Projekt erfolgreich beenden.“ Und er warnt: „Ohne meine Zustimmung stellt jede Veränderung innen wie außen eine Verletzung meines Urheberrechts dar. Das werde ich notfalls auch gerichtlich durchsetzen.“

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