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Express.de | Mord im Pizza Hut : Kölner Hauptbahnhof: Messerstecher hatte zwei Promille
25. November 2014
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Mord im Pizza Hut : Kölner Hauptbahnhof: Messerstecher hatte zwei Promille

Claudette (r.) und Marilou Schulze trauern im Hauptbahnhof um Marco H.

Claudette (r.) und Marilou Schulze trauern im Hauptbahnhof um Marco H.

Foto:

Adnan Akyüz

Köln -

Marco H. (27) musste sterben, weil er einen eskalierenden Streit schlichten wollte. Vier Tage nach der tödlichen Messer-Attacke im Pizza Hut am Hauptbahnhof kommen immer mehr Details ans Licht. Wie EXPRESS erfuhr, war der Täter Michael F. zum Tatzeitpunkt sternhagelvoll.

Aus Polizeikreisen heißt es, dass F. mindestens zwei Promille Alkohol im Blut hatte, als er am Freitagnachmittag das Schnellrestaurant betrat und sich eine Pizza bestellte.

„Während er aß, merkte er, dass der Rand der Pizza mit Käse gefüllt war. Daraufhin flippte der Betrunkene im Vollrausch komplett aus“, sagte ein Ermittler zum EXPRESS. Der Randalierer pöbelte daraufhin mehrere Angestellte an. Nach neuesten Erkenntnissen soll der Angestellte Marco H. daraufhin auf F. zugegangen sein, um den aufgebrachten Gast zu beruhigen: Er wollte schlichten.

Zahlreiche Menschen trauern um Marco H. (†27)
Köln, 24.11.2014: Ein Meer aus Kerzen steht vor der „Pizza Hut“-Filiale im Kölner Hauptbahnhof. Die Fassungslosigkeit über den Tod von Marco H. hält an.

In diesem Moment soll der Garten- und Landschaftspfleger aus Süddeutschland sein Klappmesser gezückt und damit zweimal gezielt ins Herz von Marco H. gestochen haben. Der Pizza-Hut-Mitarbeiter hatte keine Chance. Er soll noch „helft mir, bitte helft mir“ geschrien haben, bevor er in den Armen seiner Filialleiterin verstarb, wie eine enge Freundin der Familie berichtete.

Zurzeit ist Marcos Leichnam in der Rechtsmedizin und wird dort weiter auf Spuren untersucht.

Für die Familie ist es ein unvorstellbar großes Leid. Claudette, eine Angehörige der Familie, erzählt: „Wir können es alle nicht fassen. Wir waren am Montag noch bei der Familie. Marco war wie ein zweiter Sohn für mich. Er ist mit meinem Jungen zusammen aufgewachsen.“

Nach EXPRESS-Informationen war der Messerstecher eigentlich nur auf der Durchreise auf dem Weg zu seiner Freundin in NRW. Er musste in Köln umsteigen, bekam Hunger und ging deshalb in das Schnellrestaurant. Nach der Tat rief er selbst die Polizei und sprach von einer Notwehr-Reaktion. Diese Angaben wollte er vor dem Haftrichter nicht wiederholen. F. schweigt beharrlich und lässt sich von einem Pflichtverteidiger vertreten.