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Mit „Gary Moore“-Coverband: Dieser Richter rockt bald im Knast

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Frank Altpeter (l.) bei einem Auftritt in der Gaststätte „Alpenhaus“ in Siegburg. Der Richter singt die meisten Songs und spielt Keyboard. Am Bass sein Kollege Jochen Reinsberg.
Frank Altpeter (l.) bei einem Auftritt in der Gaststätte „Alpenhaus“ in Siegburg. Der Richter singt die meisten Songs und spielt Keyboard. Am Bass sein Kollege Jochen Reinsberg.
Foto: Privat
Köln –  

Der Knast-Alltag ist dröge. Den ganzen Tag auf acht Quadratmetern eingesperrt, fades Essen und nur ein bisschen Abwechslung, wenn man einen Fernseher auf der Zelle hat.

Doch manchmal gibt’s in der JVA Ossendorf besondere Ereignisse, die einen Hauch von Freiheit versprühen. Konzerte etwa. Komisch nur, wenn da auf einmal einer spielt, der die Ganoven selbst hinter Gitter gebracht hat. Gestatten, Dr. Frank Altpeter (53), Kölns rockender Richter!

Dr. Frank Altpeter bei der Arbeit im Kölner Justizgebäude. Als Richter am Amtsgericht verhandelt er pro Jahr etwa 200 Fälle. Er war auch zehn Jahre lang Richter für Jugendstrafrecht.
Dr. Frank Altpeter bei der Arbeit im Kölner Justizgebäude. Als Richter am Amtsgericht verhandelt er pro Jahr etwa 200 Fälle. Er war auch zehn Jahre lang Richter für Jugendstrafrecht.
Foto: Pusch

Altpeter ist ein Urgestein des Kölner Amtsgerichts, seit 20 Jahren verurteilt er Räuber, Diebe und Betrüger. Bei 200 Verfahren im Jahr landet so mancher Ganove durch seinen Urteilsspruch im Knast. Doch der Richter hat noch eine andere, eine musikalische Seite – und die ist sogar ziemlich wild.

„Life rocks!“, heißt Altpeters Motto. Seit seiner Jugend spielt er Klavier, seine erste Band gründete er 1974 in der 10. Klasse. Er liebt „Progressive Rock“ von Genesis oder Pink Floyd. Zurzeit spielt der Jurist in der Rockband „Moore and More“, singt die Hits von der Blues- und Rock-Ikone Gary Moore (2011). Geprobt wird jeden Dienstag.

Rund zwölf Auftritte (bisheriger Zuschauerrekord: 700) hat die vierköpfige Truppe im Jahr. Und einen davon tatsächlich bald im Klingelpütz. „Die Bandkollegen hatten die Idee. Sie wollten es Johnny Cash gleichmachen, der ebenfalls im Gefängnis gespielt hat“, erzählt Altpeter dem EXPRESS. „Klar ist das etwas blöd für die Insassen, wenn da einer auf der Bühne steht, der sie in den Knast gesteckt hat“, gibt der Richter zu.

Große Probleme sieht Altpeter dabei aber nicht: „Mir ist es wichtig, dass jeder Angeklagte nach einer Verhandlung das Gefühl hat, fair und respektvoll behandelt worden zu sein.“ Bei dem Auftritt im Kölner Gefängnis stehe ohnehin nur eines im Vordergrund: „Party machen!“

Wer den rockenden Richter in Aktion sehen will, findet hier ein Video von ihm.

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