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Mer stonn zesamme: So schön besingen Fööss das deutsch-türkische Miteinander

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Gelebte deutsch-türkische Freundschaft – wie beim Aufeinandertreffen beider Länder bei Fußball-Länderspielen.

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Köln -

Ihr erster Hit war der flotte „Rievkooche-Walzer“, eine Liebeserklärung an die krossen Kartoffel-Fladen. Aber auch nachdenkliche Lieder zählen zum festen Inventar der Bläck Fööss.

„Morje Morje“ aus dem Jahr 1982 ist so einer davon – und 30 Jahre später aktueller den je. Das Motto des Liedes: Lasst uns zusammenhalten!

Köln – eine Multikulti-Stadt. Hier leben Menschen aus der ganzen Welt, etwa 180 Sprachen werden am Rhein gesprochen. Eine solche Vielfalt erfordert Toleranz und Verständnis – auch wenn das vielleicht nicht immer so leicht ist. Das Lied „Morje Morje“ dreht sich genau darum:

Zwei Menschen sitzen sich in der Straßenbahn gegenüber. Der eine Deutscher, der andere Türke. Jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach, man nimmt sich zwar gegenseitig wahr, ist sich aber fremd. Dennoch haben die zwei Fremden viel mehr gemeinsam, als ihnen bewusst ist, wünschen sich beide eine friedliches Leben für sich und ihre Familien.

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Kölschtürke Eko Fresh findet den Fööss-Song auch heute noch aktuell.

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Was das Lied so besonders macht: Der letzte Refrain ist komplett auf Türkisch geschrieben – und macht den Song so noch viel authentischer.

„Allen Menschen Freiheit und Frieden“ („Özgürlük ve baris tüm insanlarin“) heißt es da. Das wünscht sich auch Eko Fresh (32). Der Kölner Rapper engagiert sich zusammen mit den Fööss in der „AG Arsch huh“ für eine offenere Gesellschaft.

Fremd fühlt sich der „Kölschtürke“, wie er sich selbst gern nennt, hier aber überhaupt nicht: „Ich liebe es, in Köln zu sein. Hier sind die Menschen tolerant, jeder darf sein, wie er ist. Das ist eine super Errungenschaft.“

Auch wenn er nicht nur schöne Erfahrungen in seiner Rolle als Deutschtürke gemacht hat, möchte der Rapper das Thema nicht überbewerten: „Ich glaube, es ist wichtig, den Rechten in unserer Gesellschaft gar nicht so viel Raum zu geben, denn das gibt ihnen noch mehr Zulauf und Aufmerksamkeit“ , sagt der Rapper.

Das Lied der Fööss findet er persönlich super, da es die verschiedenen Perspektiven der beiden Menschen beleuchtet. „Der Song ist auch heute noch aktuell und fordert genau das, was wir brauchen: mehr Verständnis füreinander.“  

Dass Integration gelingen kann, weiß Eko aus eigener Erfahrung: „Viele meiner Freunde sind Türken, sprechen aber ein astreines Kölsch!“