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Mehr Türsteher angefordert: Wirte wappnen sich für Karneval

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Klimperkasten-Geschäftsführerin Andrea Eckert wurde von den Tätern bedroht.

Foto:

Dirk Borm

Köln -

Wirte schlagen Alarm und rüsten mit Blick auf den Karneval auf!

Sie beklagen, dass immer mehr Trickdiebe in Brauhäusern und Kneipen unterwegs sind, um Beute zu machen. Gastronomen stellen Türsteher ein; einige schließen sich sogar zusammen.

Zum Beispiel im sogenannten „Bermudadreieck“, dem schwul-lesbischen Kneipen-Viertel an der Schaafenstraße. Hier will man an Karneval mit mehr Security Straftäter und Aggressoren aus den Bars raushalten. Die Kosten von rund 20.000 Euro sollen die Gäste durch den Kauf von Einlassbändchen finanzieren. Ohne die (Tagesbändchen: 5 Euro, Sessionsbändchen: 15 Euro) gibt es in den Kneipen „Excorner“, „Exile“, „Iron“, „Ixbar“, „Maxbar“, „Mumu“ und „Ruhrpott“ von Weiberfastnacht bis Rosenmontag keinen Zutritt.

Auch in anderen Lokalen wächst die Angst vor den Trickdieben: Selbst in einer Szene-Kneipe im Eigelstein-Viertel hängen neuerdings Warnschilder: „Vorsicht! Hier sind Taschendiebe unterwegs!“

Dabei stehen vor allem die sogenannten „Nafris“ im Visier der Ermittler. Junge Nordafrikaner, die es auf ihren abendlichen Beutezügen auf Taschen, Handys, Geld und Jacken der Gäste abgesehen haben. Besonders gefährdet: Touristen aus dem Ausland, die zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch zum Feiern in die Stadt kommen.

Warnungen in 9 Sprachen

„Das ist eine große Problematik“, so Kölns Dehoga-Vize Mathias Johnen . Um Wirten zu helfen, gibt der Verband mit Polizei und KVB Flyer in neun Sprachen heraus. Sie sollen jecke Touristen vor den Tricks der Diebesbanden warnen.

Besonders betroffen: die Altstadt. Ein Wirt beklagt gegenüber EXPRESS die abendlichen Beutezüge: „In der Branche ist das ein großes Thema.“ Doch viele Gastronomen scheuen davor zurück, es öffentlich zu machen. Aus Angst, dass Gäste wegbleiben.

Doch eine Gastronomin will nicht länger schweigen: Andrea Eckert, Geschäftsführerin des „Klimperkasten“ sagt: „Uns reicht es! Die Situation wird immer schlimmer.“ Nachdem sie Zeuge von Klau-Attacken auf Gäste am Tresen geworden war und bedroht wurde, als sie dazwischen ging, will sie jetzt handeln: „Wir werden im Karneval mit Türstehern arbeiten, die aussortieren wer reinkommt. Das hatten wir so noch nie“, so Eckert: „Besonders frustrierend ist: Die Täter sind immer dieselben.“

„Türsteher und Eintrittsgelder schrecken die Trickdiebe ab“, weiß „Haus Unkelbach“-Boss Alexander Manek. Durch harte Kontrollen ließen sich die Trickdiebe abschrecken, so der Gastronom. Ein anderer Wirt hat sein Personal angewiesen, gerade an den tollen Tagen auf „Nafris“ zu achten. „Sie kommen in das Brauhaus, gehen auf die Toilette. Auf dem Rückweg – zack – nehmen sie Jacken und Taschen mit.“

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Ob Russisch, Chinesisch oder Koreanisch: Piktogramme sollen Touristen vor den Maschen der Trickdiebe warnen.

 Wenn der Laden voll ist, drängen sich die Trickdiebe in die Menge. Ein Köbes schildert ihre Masche: „Sie klopfen lächelnd einem Gast auf die Schulter oder umarmen ihn. Sie tun so, als kenne man sich.“ Während der Gast noch rätselt, woher – ist sein Handy oder die Brieftasche schon weg. Der Antanz-Trick speziell für die Theke.