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Massenschlägerei vor Kölner Flüchtlingsheim: Wegen Ramadan-Beleidigung und Ruhestörung

Polizisten diskutieren in der Nacht mit den Beteiligten der Schlägerei und dem Sicherheitsdienst vor Ort.

Polizisten diskutieren in der Nacht mit den Beteiligten der Schlägerei und dem Sicherheitsdienst vor Ort.

Foto:

Krücken

Köln -

Rund 30 Leute schlagen in der Nacht zu Freitag mitten auf der Vorgebirgstraße aufeinander ein. Zeugen rufen die Polizei. Minuten später rasen acht Streifenwagen mit dutzenden Beamten und ein Rettungswagen heran – Großeinsatz in der Südstadt.

Es ist 0.45 Uhr, als eine zehnköpfige Gruppe von Abiturienten und deren Freunden (18-25) an dem Flüchtlingsheim in der Vorgebirgstraße vorbeizieht. Die jungen Männer sind angetrunken und auf dem Weg zu ihrer Abschlussparty.

Sie singen, sie machen Krach. Ihr Gegröle auf der Straße ist einigen Heimbewohnern dann wohl deutlich zu laut.

„Mehrere haben rausgerufen, dass die da unten bitte leiser sein sollen, weil unserer Kinder schlafen“, sagt ein Bewohner dem EXPRESS. Und weiter: „Aber die haben nur gelacht und dann Witze über Muslime und den Ramadan gemacht.“

Zeugen berichten, dass Sekunden später die Situation eskaliert sei. Rund 20 Personen seien aus dem Heim und der Umgebung zusammengestürmt.

„Die hatten mehrere Baseballschläger und Knüppel dabei. Sogar ein etwa sechs Jahre altes Kind ging mit einem Knüppel auf die Gruppe los“, schildert ein Zeuge den Ablauf.

Drei junge Männer aus der Abiturienten-Truppe werden verletzt. Zwei davon müssen in ein Krankenhaus gebracht werden, können es aber nach der Behandlung noch in der Nacht verlassen.
„Unsere Kollegen haben vor Ort die Umgebung abgesucht, aber keine Schlagwaffen finden können“, erklärte eine Polizeisprecherin.

Freitag wurden mehrere Zeugen im Kommissariat vernommen, darunter auch einer der Heimbewohner. Alle Beteiligten konnten anschließend wieder gehen. Die Ermittlungen laufen.