Ein Alptraum-Unfall sorgt für Verkehrschaos: Auf der A 57 bei Dormagen krachten in der Nacht zu Dienstag 21 Fahrzeuge ineinander, weil dichter Rauch die Fahrbahn vernebelte. Unbekannte Feuerteufel hatten unter einer Autobahnbrücke Plastikrohre angezündet und so den tödlichen Massencrash ausgelöst.
Die angezündeten Rohre waren laut NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger schwer entflammbar: „Um solche Rohre in Brand zu setzen, sind erhebliche Hilfsmittel nötig, sprich: Brandbeschleuniger“, erklärte Voigtsberger am Dienstagabend: „Ganz offensichtlich steckt hier kriminelle Energie dahinter.“
Nach dem schrecklichen Unfall wurde die wichtige Pendlerstrecke komplett gesperrt, die ganze Gegend durch Staus verstopft. Die Auswirkungen werden noch anderthalb Jahre zu spüren sein!
Bei der schweren Karambolage starb ein 29-jähriger Mann aus Jüchen. 13 weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Insgesamt waren in den Unfall im Rhein-Kreis Neuss sechs Lastwagen und 15 Autos verwickelt. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro.
Brücke schwer beschädigt
Dichter Rauch hatte den Fahrern die Sicht genommen und die Karambolage ausgelöst. Die Ursache: Unter einer Brücke in der Nähe des Rastplatzes Nievenheim hatten Unbekannte gegen Mitternacht mehrere Plastikrohre in Brand gesetzt. Das hatte nicht nur den tödlichen Crash zur Folge – auch die Brücke wurde schwer beschädigt.
„Es ist aktuell zu befürchten, dass die Statik der Brücke in Mitleidenschaft gezogen ist“, sagte Bernd Löchter, Sprecher von Straßen.NRW. Der Brückenteil in Fahrtrichtung Köln muss wohl abgerissen und durch eine Behelfskonstruktion ersetzt werden. Das Feuer hat Betonbrocken von dem Bauwerk abgesprengt, Stahlträger sind verbogen.
Vollsperrung und lange Bauarbeiten
Die A 57 ist zwischen Köln-Nord und dem Autobahnkreuz Neuss-Süd momentan in beide Richtungen voll gesperrt. Straßen.NRW geht davon aus, dass die Strecke mindestens bis zum Wochenende komplett dicht ist, danach wird sie für lange Zeit nur eingeschränkt verfügbar sein. Der Landesbetrieb will mit einer Behelfsbrücke dafür sorgen, dass auch während der Bauarbeiten möglichst immer vier Spuren befahrbar sind.
Doch so flüssig wie vorher rollt's noch lange nicht: Autofahrer müssten die nächsten 18 Monate mit Behinderungen rechnen, sagte Behördensprecher Bernd Löchter. So lange wird es dauern, bis die Brücke erneuert ist – die Baustelle wird für Pendler zur Geduldsprobe!
Aktuelle Umleitungen
Fahrer, die normalerweise die linksrheinische A 57 bei Dormagen nutzen, müssen starke Nerven mitbringen: In der Gegend herrscht Verkehrschaos. Umleitungen wurden eingerichtet, doch viele umliegende Straßen sind verstopft. Ein Sprecher der Landesleitstelle empfahl, die rechtsrheinische A 59 zwischen Leverkusen und Düsseldorf zu nehmen. Sie ist über den Kölner Ring zu erreichen, allerdings mittlerweile ebenfalls überfüllt. Alle Infos zur aktuellen Verkehrslage gibt es hier.
Ermittlungen wegen Brandstiftung
Wer die Plastikrohre auf einem asphaltierten Feldweg unter der Brücke in Brand gesetzt hat, war zunächst völlig unklar. Bereits in der Nacht wurden umfangreiche Beweise gesichert, um den Tätern auf die Spur zu kommen. „Die Polizei hat Ermittlungen wegen Brandstiftung aufgenommen“, hieß es. Wenn die Täter gefasst werden, könnten sie lange hinter Gitter wandern. Hier erklärt ein Jurist, was den Feuerteufeln droht.
Neben Statikern und Sachverständigen kamen das Technische Hilfswerk (THW), Einsatzkräfte des Landesbetriebs Straßen.NRW und Polizeibeamte aus benachbarten Kreisen wie Mönchengladbach, Köln, Düsseldorf, Mettmann und dem Rhein-Erft-Kreis zum Unfallort.
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