Köln - Im November 2004 hatte er den Startschuss für die Vision „Köln - sicherste Stadtregion 2010“ gegeben. Es folgten unzählige Einsätze gegen Rotlichtsünder, Raser, Rad-Rowdies und Kriminelle. Doch jetzt räumt Polizeipräsident Klaus Steffenhagen ein: „Wir werden unser Ziel bis 2010 nicht erreichen.“
Seine Kritiker werden triumphieren: „Haben wir immer gewusst.“ Sie warfen Steffenhagen oft Effekthascherei vor. Er habe nur dort gelöscht, wo es gerade lichterloh brannte.
Doch Kölns Polizeiboss steckt den Kopf längst nicht in den Sand. Dem EXPRESS erklärt er am Freitag, warum er mit seiner Truppe eine Kurskorrektur vornehmen muss.
Der Präsident: „Die Vision 2010 musste man mit allergrößtem Optimismus angehen. Wir haben in den letzten Jahren die Kölner Polizei neu aufgestellt, völlig neue Modelle entwickelt und auf ihre Wirkung gehofft. Sie haben uns oft weiter-, aber nicht immer die gewünschten Ergebnisse gebracht.“
Hat man sich also übernommen mit dem Ziel, dass man abends wieder sicher über die Straße gehen kann? „Nein, es waren viele Lernprozesse nötig. Wir haben uns immer wieder fragen müssen, ob wir das, was wir tun, an dem Ort auch zur richtigen Zeit geschieht. Das haben wir ausgewertet und uns oft korrigieren müssen,“ erklärt er.
Als Beispiel nennt Steffenhagen die Bezirksteams. „Wir haben sie in der Polizei-Inspektion Mitte trotz einiger Bedenken ausprobiert und wussten nicht, was daraus wird. Die Teams brachten jedoch tolle Erfolge. Jetzt werden wir sie in allen Inspektionen einsetzen. Wir sind in vielen Dingen auf dem richtigen Weg, aber wir brauchen mehr Zeit.“ Daher will Steffenhagen die Arbeit der Polizei dem Ziel der Stadt Köln angleichen - die städtische Verwaltung will Köln bis zum Jahr 2020 auf Vordermann bringen.
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