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Kurioser Polizei-Einsatz: Holländer „trampte“ auf den Gleisen

Endlich angekommen am Deutzer Bahnhof wird Thijs (39) von Beamten der Bundespolizei vernommen. Er ist vermutlich Kölns erster, wenn auch ungewollter „Bahn-Tramper“.
Endlich angekommen am Deutzer Bahnhof wird Thijs (39) von Beamten der Bundespolizei vernommen. Er ist vermutlich Kölns erster, wenn auch ungewollter „Bahn-Tramper“.
Foto: Patric Fouad
Köln –  

Ein müder Holländer, ein ICE-Führer und ein Regional-Zug in der Warteschleife. Diese Mischung führte zum kuriosen Einsatz der Bundespolizei. Per Anhalter mit der Bahn? Ja, das ist möglich.

Thijs H. (39, Name geändert) sitzt im Regional-Express von Mönchengladbach nach Köln, er ist müde, schläft ein. Erst als der Zug um 21 Uhr auf einem Abstellgleis auf dem Deutzer Feld steht, wacht er wieder auf – Endhaltestelle verpasst.

Also steigt der Holländer aus, läuft herum. Dann kommt er auf eine völlig irrsinnige Idee: Er macht sich zu Fuß auf den Gleisen auf den Weg Richtung Bahnhof Deutz/Messe. Der liegt in etwa 800 Meter Entfernung hinter einer Kurve.

Was nun folgt, schildert Bahn-Sprecher Jürgen Kugelmann so: „Der Führer eines ICE 554 von Berlin nach Köln sah von einem Parallelgleis aus im Vorbeifahren den Mann, löste einen Notruf aus. Stichwort: Person im Gleis.“

Die gesamte Strecke zwischen Bahnhof Mülheim und Deutz wird sofort gesperrt. Auch ein Regional-Express, der etwa 500 Meter vor dem Bahnhof Deutz steht, muss am Haltesignal warten.

Als Thijs ihn erreicht, öffnet das alarmierte Zugpersonal die Türen, holt den Mann vom Gleis in den sicheren Waggon. „Das war absolut lebensgefährlich. Denn man kann an diesem Streckenabschnitt nur auf den Gleisen laufen“, so Kugelmann. Um 21.54 Uhr ist die Strecke wieder frei.

Am Deutzer Bahnhof angekommen vernehmen Thijs die Beamten der Bundespolizei. Seine Erklärung: Er habe nicht gewusst, wie er sonst zum Bahnhof hätte kommen sollen.

Nun wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr ermittelt. Auch die Bahn wird eine Schadensersatzklage prüfen: 67 Züge hatten Verspätung, insgesamt geht es um 1519 Minuten. Das kann teuer werden.

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