1.000 Stellen wollte Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD) bis 2014 streichen und so jährlich rund 70 Millionen Euro einsparen.
Doch daraus wird nichts: Für 2012 meldeten die Amtsleiter dem Stadtvorstand den Bedarf von 596 neuen Stellen. Gegenwert: rund 38 Millionen Euro jährlich.
EXPRESS erklärt, wieso. Allein auf das Jugend- und Bildungsdezernat von Dr. Agnes Klein (SPD) entfallen dabei 283 neue Stellen – sie hat den rasanten Ausbau der Ganztagsbetreuung an Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen zu stemmen. Die geforderten neuen Stellen entsprechen etwa 17 Millionen Euro jährlich.
Auch im Sozialdezernat von Henriette Reker sollen 64 neue Jobs geschaffen werden, Personaldezernent Kahlen benötigt 94 und Stadtkämmerin Gabriele Klug (Grüne) 63 neue Stellen.
„Unsere Priorität darf nicht zuerst auf der Personalkostenreduzierung liegen“, stellt Klug fest. „Wir müssen definieren, was wir wollen und dabei Prioritäten setzen. Erst dann sprechen wir über Stellenabbau.“
Kahlen wird deutlicher: „Die Zahl der Stellen ist in den letzten Jahren nicht mit der Fülle der Aufgaben gewachsen, die uns Bund und Land zusätzlich übertragen haben, etwa beim Ganztag. Der Druck auf jeden einzelnen Mitarbeiter ist immens gestiegen. Die Folge war ein sehr hoher Krankenstand.“
Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) hat die Wiederbesetzungssperre für frei werdende Stellen aufgehoben, zumal auch öffentlich viel Kritik geübt wurde – so waren bei vielen Ämtern viele Stellen jahrelang unbesetzt, was zu Sanierungsstau etwa bei Brücken, Straßen und Schulen geführt hat.
500 neue Stellen hält Kahlen für unabdingbar. Wie das ohne drastische Einsparungen an anderer Stelle finanziert werden soll, müssen die Ratsparteien bei den Haushaltsberatungen im März klären. Das Defizit für 2012 liegt bei 312 Millionen Euro – ohne die neuen Stellen.
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