Köln - „Ein Jäger aus Kurpfalz„ oder ,,Horch, was kommt von draußen rein“ - zwei von 60 Melodien, die viermal täglich vom Glockenspiel des Ratsturms hinabschallten.
Das war der FDP ein Dorn im Ohr, sie beantragte im Juli 2007: „Unser Glockenspiel muss kölscher werden!“ Kulturdezernent Prof. Georg Quander erarbeitete ein neues Konzept - und bald ist „janz Kölle e Glockespill“.
Täglich um 9, 12, 15 und 18 Uhr wird wie bisher das Glockenspiel vom Ratsturm erklingen. Aber: „Der Jäger aus Kurpfalz“ ist gestorben, demnächst stehen „Echte Fründe“ zusammen.
„In Zukunft hören Kölner und Touristen Glockenmelodien, die mit unserer Stadt auch etwas zu tun haben“, freut sich FDP-Fraktionsgeschäftsführer Uli Breite. „Bisher muss man sich ja fragen, ob man wirklich in Köln ist, so einfallslos, wie die Melodien jahrelang zusammengewürfelt waren.“
Quander ist froh, in Zukunft auch den berühmtesten Komponisten des 20. Jahrhunderts vom Rats-turm zu hören: „An Karlheinz Stockhausen kann man nicht vorbei“, stellt er fest. 1975 komponierte der am 5. Dezember verstorbene Tonsetzer den Zyklus Tierkreis - für jedes der zwölf Tierkreiszeichen eine eigene Melodie für Spieluhren und Glockenspiel. Täglich wird also um 12 Uhr die Melodie des gerade aktuellen Tierkreiszeichens erklingen.
Um 9 Uhr tönt aber erstmal die Freiheitsmelodie „Die Gedanken sind frei“ über den Rathausplatz, um 15 Uhr ist die Kölsch-Fraktion mit Hits von Jupp Schmitz, Bläck Fööss, Höhner und Alfred Beines dran, bevor um 18 Uhr Jacques Offenbach den Schlussgong setzt.
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