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Kölsch-Zoff wegen Kronkorken-Kette : Jetzt hat Georg die Brauerei am Hals

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Was für eine Erfindung: Georg Weber trug die Reissdorf-Kronkorkenkette voller Stolz – bis er die Unterlassungserklärung vom Anwalt der Brauerei erhielt.
Was für eine Erfindung: Georg Weber trug die Reissdorf-Kronkorkenkette voller Stolz – bis er die Unterlassungserklärung vom Anwalt der Brauerei erhielt.
 Foto: Udo Gottschalk
Köln –  

Geschichten gibt es – die muss man einfach bierernst nehmen. So wie die von Georg Weber (57).

Der Kölner erfand mit seinem Kumpel Bruno DIE „Weltidee“: eine Kronkorkenkette. Gedacht als Hommage an ihr liebstes Bier. Und als grandiose Marketing-Idee, die sie der Reissdorf-Brauerei verkaufen wollten.

Dort jedoch stieß er Plan offenbar sauer auf: Ein Anwalt schickte eine Unterlassungserklärung. Prost Mahlzeit! Georg versteht die Welt nicht mehr.

Die besten Ideen werden bei ein paar Bierchen geboren. Und so war es auch bei den beiden Kölsch-Kumpels.

„Reissdorf ist der Champagner unter den Kölschsorten“, schwärmt der Kraftwagenfahrer. Ohne ihr liebstes Gebräu läuft keine Feier von Weber und seinen Freunden ab.

„Wir nehmen es sogar in den Urlaub mit oder lassen es uns dorthin liefern“, erzählt der 57-Jährige. Aber es fehlte eben noch das nötige Accessoire, mit dem Anhänger in aller Welt ihre Reissdorf-Liebe bekunden können.

„Wir hatten alle Flaschen ausgetrunken und die Kronkorken mit Metallverbindungen zu einer Karnevalskette verbunden“, erklärt Weber.

Doch bei einem kreativen Erguss blieb es nicht: Der ausgiebige Reissdorf-Genuss förderte auch noch eine Bier-Kiepe zutage. Ideal für außer Haus auf Wanderungen oder beim Straßenkarneval. „Mein Freund Bruno ist handwerklich sehr begabt und hat sie eigenhändig gebaut“, sagt Georg stolz.

Noch ’ne Erfindung: Bruno präsentiert die Bierkiepe mit Platz für Fünf-Liter-Fässchen und Gläser.
Noch ’ne Erfindung: Bruno präsentiert die Bierkiepe mit Platz für Fünf-Liter-Fässchen und Gläser.
 Foto: Udo Gottschalk

Beide Erfindungen wurden fotografiert und an die Brauerei per E-Mail geschickt: „Kölle alaaf, in der Anlage senden wir Ihnen zwei Vorschläge für neue Reissdorf-Produkte (Copyright Bruno + Georg). Was halten Sie davon?“

Die beiden Freunde schauten mit Kette und Kiepe sogar selbst bei der Brauerei vorbei, aber niemand sei für sie da gewesen. An dem Tag war Weiberfastnacht.

Drei Wochen später kam die böse Überraschung per Mail und Post: eine Unterlassungserklärung vom Anwalt der Brauerei. Darin heißt es, dass die Reissdorf-Embleme geschützt seien und die Verwendung untersagt.

Das schlägt dem Fass den Boden aus, findet Georg: „Ein Missverständnis! Wir haben die Sachen doch gar nicht vertrieben.“ EXPRESS versuchte zu vermitteln, doch von Reissdorf gab’s trotz mehrfacher Anfragen keine Stellungnahme zu dem Zöffchen...

Die Lust auf seine einst so geliebte Kölsch-Marke ist ihm vergangen.
Die Lust auf seine einst so geliebte Kölsch-Marke ist ihm vergangen.
 Foto: Udo Gottschalk

Die beiden Bier-Fans sind völlig ernüchtert: „Ich habe den Anwalt der Brauerei sofort angerufen“, erzählt Georg. „Der hat uns geraten, auch einen Anwalt zu nehmen.“

Doch das Erfinder-Duo will keinen teuren Kronkorkenketten-Krieg. „Es war doch nur eine verrückte Idee.“ Aber eine mit weitreichenden Folgen: Georg trinkt jetzt kein Reissdorf mehr...

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