Schon die Ankündigung von Raucher-Kontrollen in Kneipen sorgte bei Qualmern und Wirten für dicke Luft. Und jetzt das: Die Stadt hat ein neues Formular erstellt, welches „Nichtraucherschützern“ erleichtern soll, Gaststätten anzuschwärzen, die gegen das grundsätzliche Rauchverbot verstoßen. „Bürgerservice“ nennt das die Stadt, „übles Denunzieren“ flucht die Gastronomie.
„Fühlen Sie sich durch einen Verstoß gegen das Rauchverbot in Gaststätten belästigt?“, fragt die Stadt neuerdings auf ihrer Internet-Seite. Und weiter: „Nutzen Sie unser Online-Formular, um den Verstoß anzuzeigen.“ Aus den Kölnern sollen so Rauchmelder gemacht werden: bequemes Online-Petzen per Mausklick.
Die Ordnungshüter wollen erfahren, ob vorgeschriebene Hinweisschilder „Rauchen verboten“ am Eingang hängen. Außerdem wird abgefragt, ob der Gang zur Toilette rauchfrei möglich sei. Wird im Thekenbereich geraucht? Bei Raucherclubs ist es für das Ordnungsamt interessant, ob tatsächlich nur Clubmitglieder Zutritt haben. Werden im Raucherlokal verbotenerweise Speisen angeboten? Die Liste der Fragen ist lang.
Anhand der Angaben will die Stadt „ordnungsbehördliche Maßnahmen“ prüfen. Die können für den überführten Wirt teuer werden. Die Gastro-Branche tobt. „Völlig unangebracht und unangemessen“, schimpft Mathias Johnen vom Hotel- und Gaststättenverband. Über das Angebot des Online-Petzens könne er sich nur noch wundern. Johnen weiter: „Ohnehin haben wir den Eindruck, dass in Köln der Nichtraucherschutz stärker kontrolliert wird als in anderen Städten.“
Raucher-Kontrollen in Kneipen - das beschäftigt Raucher und Nichtraucher gleichermaßen. Lesen Sie hier, was EXPRESS-User sagen und diskutieren Sie mit!
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