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Kölner Silvester-Mob: Interview sorgt für Wirbel! Jetzt redet der Imam bei EXPRESS

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Sami Abu-Yusuf ist seit 22 Jahren  in Deutschland, stammt aus  Algerien. In der „Al Tauhid“- Moschee lehrt er den muslimischen Glauben. Dem EXPRESS sagte er, dass er falsch verstanden worden sei. Niemand habe das Recht, eine Frau zu belästigen.

Foto:

O. Meyer

Köln -

Es war ein Interview für den russischen Sender „Ren-TV“, das am Donnerstag für eine Welle der Empörung sorgte.

Im EXPRESS-Video äußert sich Imam Sami Abu-Yusuf...

Das sagt Sami Abu-Yusuf über sein TV-Interview zur Silvester-Schande
Der Kölner Imam bezieht Stellung zu seinem Interview im russischen TV.

Der Kölner Imam Sami Abu-Yusuf (42) hatte den Reportern auf die Frage, wie er sich die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht erkläre, ins Mikrofon gesagt: „Einer der Gründe ist, wie die Frauen angezogen waren. Wenn sie leicht angezogen sind und Parfüm verwenden, dann passieren solche Sachen“.

Der Grünen-Politiker Volker Beck stellte wegen der Äußerungen umgehend Strafanzeige gegen den Imam wegen „öffentlicher Aufforderung zu Straftaten“.

Dürfen sich also Frauen nicht leicht bekleiden und Parfüm benutzen, wenn sie auf die Straße gehen? Ist das die verquere Sicht des muslimischen Predigers, der in Kalk an der „Al Tauhid“-Moschee lehrt? EXPRESS-Reporter fuhren nach Kalk, um den Prediger selbst zu fragen.

Kalk-Mülheimer Straße 21. Im Hinterhof ein Flachgebäude. Rechts ein Schild „nur Eingang für Frauen“, links ein Zutritt für die Männer. Wer die Moschee betritt, muss die Schuhe ausziehen.

In einem kleinen Büro im hinteren Teil sitzt Sami Abu-Yusuf auf einem Sofa. Er trägt einen langen Mantel, lächelt, als die Reporter ihm die erste Frage stellen: „Ist die Äußerung im russischem TV wirklich so gefallen? Glauben sie wirklich, dass die Frauen selbst schuld sind?“

Er überlegt, spricht dann in einem leicht gebrochenen deutsch: „Ich bin gefragt worden, wie ich mir die Übergriffe erkläre. Dabei hat man meine Äußerung aus dem Kontext gerissen. Ich habe gesagt, dass wir große Probleme mit Nordafrikanern in Köln haben. Die jungen Männer nehmen Tabletten oder Drogen. In der Silvesternacht haben sie Alkohol getrunken, waren enthemmt.“

Aber ist das ein Grund, Frauen zu belästigen? „Nein, das ist natürlich verboten und nicht nur für Muslime. Es waren Frauen leicht bekleidet und sie trugen Parfüm, als sie durch die betrunkene Menge liefen. Das war für einige Nordafrikaner Anlass, die Frauen zu begrapschen. Das heißt aber nicht, dass ich glaube, dass Frauen sich nicht so kleiden dürfen. Jeder hat das zu akzeptieren. Und wem das nicht passt, der muss in ein anderes Land gehen. Das ist die Wahrheit.“

Während sich Sami Abu-Yusuf erklärt, ist auch ein Kontaktbeamter der Kölner Polizei dabei. Er sagt: „Ich kenne diese Leute und wir sind im ständigen Dialog. Es handelt sich um eine gemäßigte und orthodoxe Gemeinde. Sie verurteilten die Taten auch bereits in ihrem Freitagsgebet.“

Auch die anderen Gemeindemitglieder bestätigen: „Die Täter aus der Silvesternacht gehören hinter Gitter. Wir leiden unter diesen schlechten Vorbildern. Die ganze muslimische Welt ist in Verruf geraten.“