Köln - Der Countdown läuft: Noch sechs Wochen bis zum Rauchverbot in NRW-Gaststätten (ab 1. Juli). Kölns Wirte machen mobil: Das Nippeser „Schilleck“ ist jetzt 1. Kölner Club der Kneipenraucher.
Das Gesetz zum Nichtraucherschutz hat viele Lücken. In geschlossenen Gesellschaften und Clubs darf nämlich ab dem 1. Juli weiter gequalmt werden - auch in „Vereinen zur Förderung des Tabakkonsums“.
Genau das hat Sigmund Brendel (56), Inhaber der Kneipe Schilleck in der Neusser Straße, aus seinem Laden jetzt gemacht. Denn er kennt seine Kundschaft: „Der größte Teil meiner Stammgäste raucht, ich auch“. Wenn sie nicht mehr kommen, droht derber Umsatzverlust. Deshalb gründete Brendel den Club „Sportsfreunde rauchen“.
Das geht ganz einfach: An die Kneipe kommt ein Vereinsschild, Gäste tragen sich in ein Club-Buch ein, bekommen Mitgliedsausweis und -nummer, zahlen einen Jahresbeitrag von einem Euro - dann sind sie Mitglied, dürfen rein. „Auch meine nicht rauchenden Stammgäste finden das toll, wollen alle dabei sein, wir haben schon 200 Mitglieder.“ Ab dem 1. Juli sind sie dann offiziell: Kölns 1. Raucherverein.
Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband plant sogar, einen überregionalen Raucherclub aufzubauen. „Dem können sich dann alle Kölner Kneipen als Clubhäuser anschließen“, sagt Geschäftsführer Christof Becker.
Die Idee kommt gut an: „Sobald die uns Anmeldeformulare zuschicken, sind wir sofort dabei“, sagt Michael Reiher (30), Wirt im Pescher Bierstübchen.
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