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Kölner HBF: Türsteher berichtet von „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“

Meine Meinung bezügl Silvester 2015 in Köln.....teilen erwünscht

Posted by Ivan Jurcevic on Dienstag, 5. Januar 2016

Was passierte wirklich am Silvesterabend auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofes? Viele Zeugen und Opfer haben sich bereits gemeldet und schildern ihre schockierenden Erlebnisse.

Jetzt spricht auch ein Mitarbeiter eines externen Sicherheitsunternehmens, der in der Nacht für das Excelsior Hotel Ernst direkt gegenüber vom Dom gearbeitet hat. Seine Name ist Ivan Jurcevic. In einem Video beschreibt er die chaotischen Zustände.

Es begann mit einer Messerstecherei

Gegen 21 Uhr ging es los. Es gab eine Messerstecherei auf dem Vorplatz. Ein Krankenwagen kam und die Polizei. Dann  eskalierte das Ganze“, sagt Jurcevic. Mit Feuerwerkskörpern sei auf den Dom geschossen wurden – ebenso auf Beamte der Bereitschaftspolizei. „Die mussten dann mit Helmen auf die Domplatte um diesem gesamten Gewaltpotential Einhalt zu gewähren. Gestandene Polizisten haben zu mir gesagt, 'das haben wir noch nicht erlebt'. Das waren bürgerkriegsähnliche Zustände.“

Frauen suchten Sicherheit

„Im Laufe des Abends kamen immer wieder Frauen zu mir, die gefragt haben, ob sie bei mir stehen bleiben können. Damit ich auf sie aufpasse.“

Die Frauen seien von den Angreifern verfolgt wurden, „die wollten dann auf mich los, da habe ich die weggeklatscht.“

Tritte gegen den Kopf

Später am Abend kam es dann zu weiteren Ausschreitungen. Dabei wurde einem am Boden liegenden Mann gegen den Kopf getreten.

Die Polizei habe mehrere Personen festgenommen. Die Täter seien mit Kabelbindern fixiert wurden und hätten dann ca. eineinhalb Stunden auf dem Boden gelegen.

„Fuck the Police“

„Es kam aber kein Gefangenentransport – daraufhin musste die Polizei die Straftäter wieder gehen lassen. Die haben sich dann vor ein Streifenwagen gestellt und 'Fuck the Police' geschrien und auf die Windschutzscheibe der Polizei gespuckt haben.“

Sorge um Karneval

Zum Schluss des Videos macht sich Jurcevic Sorgen um die bevorstehende Karnevals-Session: „Es wird eskalieren, spätestens an Karneval wird es hier richtig explodieren“.

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Stellungnahme des Hotels

Henning Matthiesen, Direktor des Excelsior Hotel Ernst, zu den Vorfällen in der Silvesternacht:

Wir sind es seit vielen Jahren gewöhnt, dass zum Jahresübergang auch vor unserem Haus eine recht turbulente, ausgelassene und lebendige Stimmung herrscht.

Was wir in diesem Jahr deutlich gespürt haben, ist, dass die Feierlaune eine andere Qualität besaß und ständig Gefahr lief, in unkontrollierte Aggression umzuschlagen.

Das war sehr unschön und auch erschreckend. Wie auch bei anderen Großveranstaltungen wie Karneval zum Beispiel sorgen wir dafür, dass unsere Gäste sicher ein und aus gehen können.

Und zu diesem Zweck beauftragen wir externe Sicherheitsunternehmen, die ihre Mitarbeiter vor dem Excelsior Hotel Ernst einsetzen - so wie auch in der vergangenen Silvesternacht. Die Vorfälle in dieser Nacht sind nicht zu tolerieren und zu akzeptieren.

So den Jahreswechsel zu begehen, ist ein unhaltbarer Zustand. Diese schockierende und Angst machende Entgleisung ist aufs Deutlichste zu verurteilen.

Allerdings distanzieren ich und mein Team uns von fremdenfeindlichen Aussagen, die aktuell im Internet kursieren von einem Mitarbeiter des externen Sicherheitsunternehmens. Es handelt sich hierbei nicht um einen Mitarbeiter des Excelsior Hotel Ernst.

Grundsätzlich ist das Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen in Köln dringend zu überdenken. Zum Beispiel kann ich den Einsatz von Raketen auf dem Domplatz nicht gut heißen, denn immerhin handelt es sich hierbei um ein Weltkulturerbe, das es zu schützen gilt. Außerdem naht das Karnevalsfest, zu dem wir erneut zahllose internationale Gäste erwarten. Und auch hier wünsche ich mir Sicherheitsvorkehrungen, die das friedliche Feiern gewährleisten.

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