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Kölner Hbf: 11 Fragen und Antworten zum Silvester-Mob

Wo kam der Mob überhaupt her?

Gegen 21 Uhr in der Silvesternacht waren es laut Polizeipräsident Wolfgang Albers zunächst etwa 400 bis 500 Männer, die auf dem Bahnhofsvorplatz unkontrolliert Böller in die Menge feuerten.

Bis Mitternacht sei der Mob dann auf rund 1000 Personen angewachsen. „Gegen 23.30 Uhr entschieden wir uns deshalb, den Bereich zu räumen.“
Die sexuellen Übergriffe, Diebstähle und Raubtaten seien dann aus dieser Gruppe heraus begangen worden.

Unfassbar: Die Beamten haben noch keine konkreten Täter-Hinweise, wissen nicht einmal, wo die Täter herkamen. Auf den Videos sind Männer nordafrikanischen Aussehens zu sehen. Sie sollen französisch und arabisch gesprochen haben.

Ein Ermittler sagte zum EXPRESS: „Die Täter waren im Schnitt Mitte zwanzig und kamen offenbar aus Marokko, Algerien und Tunesien. Wie sie nach Köln gekommen sind, wissen wir nicht.“

Albers

Wolfgang Albers (M.) berief am Montag eine Pressekonferenz zu den Vorfällen in der Silvesternacht ein.

Foto:

Jocham, Heinekamp

Wie viele Opfer gibt es insgesamt?  

60  Anzeigen gingen bei der Polizei ein. 80 geschädigte Personen gibt es – die meisten davon sind Frauen. „Ein Viertel der Anzeigen sind wegen sexueller Übergriffe gestellt worden“, sagt Heidemarie Wiehler von der Direktion Kriminalität.

Einen Fall werten die Beamten sogar als Vergewaltigung.  Die anderen Straftaten des Silvester-Mobs sindDiebstahl und Raub. Allerdings dürfte es eine hohe Dunkelziffer geben. Die Polizei: „Wir bitten jeden Betroffenen, einen Verlust oder einen Übergriff bei der Polizei  anzuzeigen. Auch Zeugen werden gebeten, sich zu melden.“

Gibt es neue Zeugenberichte?  

Ja. Weitere Opfer meldeten sich beim EXPRESS. „Erst böllerten die mit Hunderten Raketen auf den Dom. Dann wurde auch noch meine Frau sexuell belästigt. Wenigstens haben sie uns nichts geklaut“, erzählt ein  Ehemann.

Sicherheitsleute von Hotels und Gastronomiebetrieben rund um den Dom berichten, dass sie  zur Eigensicherung künftig Schusswesten tragen wollen.

Droht  den Tätern die Abschiebung?

Sollten unter den Tätern auch Flüchtlinge bzw. Asylbewerber sein,  so droht ihnen nicht die Abschiebung in ihr Heimatland. Die Bundesrepublik schiebt politisch oder religiös verfolgte Menschen nur dann ab, wenn sie schwerste Straftaten  wie Mord oder Totschlag begangen haben.

Sexuelle Nötigung oder Trickdiebstahl reicht hier nicht aus.
Anders sieht es bei Ausländern mit Duldungsstatus aus. Regelmäßig abgeschoben werden Ausländer, die zu einem  Jahr Haft verurteilt werden.

„Auch hier ist immer die Verhältnismäßigkeit zu wahren“, sagt Raphael Murmann-Suchan, Sprecher des Verwaltungsgerichts Köln.

Klar ist: Wer  nur nach Deutschland kommt, um Straftaten zu begehen, dem droht die Abschiebung sehr schnell.

Was ist mit den Video-Kameras?

Die Ermittlungsgruppe hat zahlreiche Videobänder aus der Dom- und Bahnhofsumgebung sichergestellt und wertet sie aus. Es wurde eine zehnköpfige „Soko Neujahr“ gegründet. Doch ein erfahrener Ermittler weiß: „Die zeigen nur Menschenmassen. Da wird niemand zu identifizieren sein.“

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