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Köln lahmgeblitzt: Schon nachmittags 350 Temposünder ertappt

Messpate Hans-Dieter Thräne durfte in Porz auch selbst mal an die Laserpistole.
Messpate Hans-Dieter Thräne durfte in Porz auch selbst mal an die Laserpistole.
 Foto: Rust/Meyer
Köln –  

300 Polizisten haben es geschafft. Sie bremsten am Dienstag tausende Autofahrer beim zweiten 24-Stunden Blitzmarathon aus. Ganz Köln lahmgeblitzt.

Um 6 Uhr legten die Polizisten an 150 Kontrollstellen in der Stadt los. Im Visier der Lasergeräte: Raser, die mit mehr als 14 km/h zu viel durch die Stadt oder über die Autobahn bretterten. Die Folgen waren deutlich spürbar.

Pendler Gerd Rieder (47) aus Bornheim: „Ich wunderte mich erst, wieso die Pendler so lahm über das Rheinufer krochen. Doch dann sah ich auf den riesigen Elektro-Tafeln den Hinweis auf den Blitzmarathon. Da bin ich dann auch mal besser langsam gefahren.“

Der Leitende Polizeidirektor Helmut Simon: „Mit dem Hinweis auf den Tafeln wollten wir nicht vor der Polizei warnen, sondern die Raser vor ihrer Dummheit.“

Der Schnellste
Die Älteste
Der Dümmste

Ein Opel-Fahrer (50) bretterte in Mülheim mit 69 Sachen durch eine Tempo-30-Zone. Nach Abzug einer Toleranz bleiben 33 km/h zu schnell: 160 Euro, drei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Sie hatte es sehr eilig - und wusste vom Blitzmarathon. Aber Kölns älteste Raserin (78) an diesem Tag hatte eine Erklärung parat, die nicht wirklich überzeugte: „Ich habe keine Zeit, weil ich ganz schnell zu meinem Enkelchen muss.“ Erst musste sie aber 35 Euro zahlen.

Er hatte die Stelle in Sülz vorgeschlagen, doch dann fuhr ein Messpate sogar selbst in die Kontrollstelle rein. Zwar hatte er „nur“ 12 Km/h zu viel, aber er war eben zu schnell. Der Golf-Fahrer fasste sich an den Kopf und räumte ein, die Stelle selbst vorgeschlagen zu haben.

Und Dumme gab es genug. Obwohl der Blitzmarathon wochenlang angekündigt wurde, erwischte die Polizei von 37.000 gemessenen Fahrzeugen bis Dienstagnachmittag 342 Temposünder, 145 Ertappte wussten von der Aktion.

Sieben Fahrer wurden zu Fußgängern - Lappen weg. Neben 37 Anzeigen wurden 25 Handy und Gurtverstöße festgestellt. Ein Honda-Fahrer besaß keinen Führerschein. gegen einen weiteren Tempo-Sünder lag ein Haftbefehl vor.

Vor allem die Pänz der Grundschule Nussbaumer Straße in Ehrenfeld fanden die Aktion gut. Sie übten bei Rasern Kritik, dankten aber im Beisein von Polizeipräsident Wolfgang Albers auch den Autofahrern, die sich an die Regeln hielten.

Messpatin Andrea Lang (49) war glücklich, dass vor ihrer Haustür mal gemessen wurde: „Auf der Riehler Straße finden oft sogar richtige Rennen statt. Die rasen hier wie die Irren.“ Und auch Kleingarten-Chef und Messpate Hans-Dieter Thräne war froh: „Hier auf der Poststraße in Porz hatten Raser keine Chance mehr.“

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