Empfehlen | Drucken | Kontakt29.07.2010 - 23:01 Uhr

Köln atmet auf: Die Bombe ist entschärft

Der rote Kreis zeigt, welcher Bereich evakuiert werden musste.
Der rote Kreis zeigt, welcher Bereich evakuiert werden musste.
Foto: Grafik - Stadt Köln
Köln –  

Nach einem Bombenfund in Riehl hatte das Ordnungsamt großräumig evakuiert: Bis zu 6000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, wie die Stadt mitteilte.

EXPRESS.DE gibt einen Überblick, was am Donnerstag passierte:

19:31 Uhr Verkehr

Inzwischen fahren die Bahnen wieder. Die Sperrungen wurden aufgehoben. Auch fast alle Straßensperrungen wurden aufgehoben.

18:38 Uhr Das war's:

Die 20-Zentner-Bombe ist bereits entschärft - alles lief glatt.

18:30 Uhr Fakten zur Bombe:

Die Einsatzleitung beschreibt die Eigenschaften der Bombe im Detail: „Es handelt sich um eine 20-Zentner-Bombe, amerikanischer Bauart. Dieser Bombentyp wird auch als Wohnblockknacker bezeichnet. Das Sprengmittel der Bombe besteht zu 55 % aus TNT. Sie verfügt über einen Kopf und einen Heckzünder, wobei der Kopfzünder beschädigt ist. Die Wirkung der Bombe ist so immens, dass bei einer Detonation im Nahbereich alle Gebäude restlos zerstört würden. Im Fernbereich wäre mit erheblichen Schäden an Dächern und zerborstenen Fenstern zu rechnen.”

18:10 Uhr Spätestens 19 Uhr soll der Spuk vorbei sein:

Die Entschärfung soll zwischen 30 und 60 Minuten lang dauern.

18:02 Uhr Entschärfung beginnt:

Die Experten vom Kampfmittelräumdienst haben soeben mit der Entschärfung der 20-Zentner-Bombe begonnen. Wollen wir hoffen, dass alles gut geht!

Verkehrsbehinderungen durch die Bomben-Entschärfung

Von den Sperrungen im Umkreis von 800 Metern ist auch die Mülheimer Brücke betroffen. Ebenso werden der Luftraum gesperrt und die Schifffahrt eingestellt. Die Entschärfung wird geschätzte 30-60 Minuten dauern.

Folgende Straßen werden etwa eine Stunde vor der Entschärfung (18 Uhr) teilweise oder komplett gesperrt:

• Boltensternstraße

• Riehler Straße

• Stammheimer Straße

• An der Schanz

• Rheinuferstraße

• Niehler Gürtel

• Mülheimer Brücke (KVB-Linien 13 und 18) sowie alle Seitenstraßen.

Infos gibt's unter Infos unter www.stadt-koeln.de und 0221/22132000.

17:45 Uhr Räumung in den letzten Zügen - Zielsetzung 18 Uhr bleibt!

Die Räumung der Riehler Heimstätten ist so gut wie abgeschlossen. Die Einsatzleitung geht davon aus, dass die Entschärfung um 18 Uhr endlich beginnen kann!

17:30 Uhr Ordnungsamt und Polizei haben wachsames Auge:

Ein komplett verlassenes Wohngebiet ist natürlich ein Geschenk für Einbrecher. Deshalb haben Ordnungsamt und Polizei an den Kontrollstellen ein wachsames Auge, damit es während der Evakuierung nicht zu Plünderungen kommt.

17:10 Uhr Einsatzkräfte auf Kontroll-Runde:

Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt sind weiterhin im evakuierten Gebiet unterwegs, um eventuell noch in den Häusern verbliebene Personen ausfindig zu machen. Verdächtig sind vor allem offene Fenster oder Balkontüren. In solchen Fällen vergewissern sich die Einsatzkräfte und klingeln ein weiteres Mal.

16:40 Uhr Alles hat seine Richtigkeit:

Um im Ernstfall schnell reagieren zu können, wurde bei der Evakuierung der pflegebedürftigen Patienten aus den Riehler Heimstätten an alles gedacht: Jeder Patient hat ein Armband mit seinem Namen und seinem genauen Herkunftsort angelegt bekommen. Zudem wurde jedem Bewohner ein Säckchen mit Medikamenten und Infos zum individuellen Krankheitsbild mit auf den Weg gegeben.

16:20 Uhr Alles hängt an den Riehler Heimstätten:

Bis auf die Riehler Heimstätten ist das Evakuierungsgebiet nahezu geräumt. Der Mülheimer Teil ist bereits komplett geräumt, 95 Prozent der Bewohner des linksrheinischen Sperrbezirks sind ebenfalls in Sicherheit. Etwa 45 Minuten nach der vollständigen Evakuierung des Seniorenheimes soll die Bombe entschärft werden.

16:10 Uhr Nun droht doch ein Chaos im Feierabendverkehr:

Nach der neuerlichen Verschiebung des Entschärfungs-Termins könnte es nun doch zum Chaos im Feierabendverkehr kommen. Autofahrer sollten sich im Innenstadtbereich, auf der Inneren Kanalstraße, der Deutzer, der Severins- und der Zoobrücke auf erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Auch auf der Amsterdamer Straße ist mit einem hohen Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Riesige Evakuierungsaktion in Riehl und Mülheim
Bildergalerie ( 15 Bilder )

15:55 Uhr Entschärfung auf 18 Uhr verschoben:

Die Entschärfung der 20-Zentner-Bombe verzögert sich aufgrund der andauernden Evakuierung der Riehler Heimstätten um eine weitere Stunde auf 18 Uhr. Derzeit müssen noch etwa 80 Personen im Rollstuhl und weitere 80 Liegendtransporte mit Bewohnern des Altenheimes durchgeführt werden.

15:35 Uhr Rheinuferstraße komplett dicht:

Die Hauptachsen im Evakuierungsgebiet sind mittlerweile komplett gesperrt. Rheinuferstraße, Boltensternstraße, Riehler Straße, Stammheimer Straße, An der Schanz, Niehler Gürtel und Mülheimer Brücke werden erst nach der Entschärfung wieder für den Verkehr freigegeben. Für Anwohner besteht noch die Möglichkeit, das Gebiet über die Boltensternstraße mit dem Pkw zu verlassen.

15:15 Uhr Auch Zoo-Villa geräumt:

Zoo-Vorstand Theo Pagel hat seine Familie aus der Zoo-Villa (liegt im Sperrbereich an der Riehler Straße) zu den Großeltern nach Duisburg evakuiert.

15:00 Uhr Zoo ist auf den Ernstfall vorbereitet:

Alle Tiere (bis auf die Erdmännchen) wurden in die Stallungen gebracht. Einzig das Löwenmännchen ließ sich nicht hereinlocken. Es bekam aber von Zootierarzt Dr. Olaf Behlert einen Batzen Fleisch, der mit einem Beruhigungsmittel versetzt war.

Auch andere Tiere wurden zu ihrer eigenen Sicherheit ruhiggestellt. Behlert hat im Eingangsbereich des Zoos seinen Land Rover Defender abgestellt – darin: Blasrohre, Gewehre, Pistolen für Narkosemittel. Auch scharfe Munition liegt bereit: „Falls uns ein Tier entwischt, wollen wir es betäuben, scharfe Munition würden wir nur im alleräußersten Notfall benutzen.“

14:40 Uhr Entschärfung auf 17 Uhr verlegt:

Trotz des reibungslosen Ablaufs dauert die Evakuierung der Senioren aus den Riehler Heimstätten nun doch länger als erwartet. Die Einsatzleitung hat die Entschärfung deshalb auf 17 Uhr verlegt.

14:30 Uhr Ordnungsamt mit dem Ablauf zufrieden:

„Die Räumung verläuft nach Plan”, sagt Ralf Mayer, Leiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes. Derzeit seien 130 Mitarbeiter des Ordnungsdienstes im Einsatz. „Sie gehen von Haustür zu Haustür und bitten die Menschen ihre Wohnungen zu verlassen. Wenn Menschen transportbedürftig sind, rufen wir ihnen einen Rettungswagen oder ein Taxi.“ Die Menschen seien nicht ängstlich, sondern freundlich und die Stimmung sei weiterhin entspannt.

14:20 Uhr Fast alle Senioren in Sicherheit:

Die Bewohner der Riehler Heimstätten sind mittlerweile größtenteils untergebracht. Erkrankte Patienten sind mit Krankentransporten in umliegende Krankenhäuser und weitere Einrichtungen der SBK gebracht worden. „Für 350 Senioren konnten wir kurzfristig einen Ausflug organisieren“, sagte Otto Ludorff, Vorsitzender der Sozial-Betriebe Köln. Andere Bewohner seien mit Bussen der KVB zum Messegelände Deutz gebracht worden, wo im Staatenhaus am Tanzbrunnen eine rund 8.000 m² große Notunterkunft mit Betten aus der Uniklinik eingerichtet worden war.

14:10 Uhr Kräftiger Schauer in Riehl:

Der Himmel über Niehl zieht sich kurzzeitig zu, es fängt kräftig an zu regnen. Gut, dass die Evakuierung bereits in der Endphase ist.

13:50 Uhr Sperrung betrifft auch Schifffahrt und Luftverkehr:

Unmittelbar vor der Entschärfung wird die Schifffahrt auf dem Rhein unterbrochen. Die Schiffe sollen in nördlicher und südlicher Richtung einen Sicherheitsabstand von zwei Kilometern einhalten. Auch der Flugverkehr ist betroffen: Die Maschinen müssen die Sperrzone mindestens in zwei Kilometern Höhe überfliegen.

13:25 Uhr Andrang in den Notunterkünften:

Die Notunterkünfte in der Sporthalle Nippeser Tälchen im Niehler Kirchweg 35 (Niehl) und in der Sporthalle der Johann-Bendel-Realschule in der Danzierstraße 146a (Mülheim) sind bereits gut gefüllt.

In Mülheim pendelt ein Sonderbus der KVB zwischen der Notunterkunft und den drei eigens eingerichteten Haltestelle Mülheimer Freiheit/Ecke Buchheimer Straße, Am Pulverturm sowie Danzierstraße/Ecke Deutz-Mülheimer Straße. Etwa alle 20 Minuten soll er die Haltestellen bedienen.

Auch in Niehl pendelt ein Sonderbus, der etwa alle 20 Minuten folgende Haltestellen anfährt: Boltensternstraße/Ecke Niehler Gürtel, Boltensternstraße/SBK-Seniorenzentrum, Riehler Straße ggü. Leidener Straße, Riehler Straße ggü. Tiergartenstraße, Alter Stammheiomer Weg, Stammheimer Straße/Ecke Bodinusstraße sowie Stammheimer Straße/Ecke Riehler Gürtel.

12:50 Uhr Räumung läuft nach Plan:

Wie die Einsatzleitung mitteilte, waren gegen 11 Uhr die Kleingartenanlage und das Versorgungsamt bereits komplett geräumt. Auch im Mülheimer Sperrbereich (50 % geräumt), den Riehler Außenbereichen (60 %) und im Riehler Kernbereich (30 %) kamen die Einsatzkräfte gut voran.

12:20 Uhr SBK-Küche stellt Mittagessen:

Das Verpflegungsteam der Riehler Heimstätten kocht derzeit für den Nachmittag Essen vor und wird die Evakuierten in den einzelnen Notunterkünften damit beliefern – auch die Einsatzkräfte werden von der SBK-Küche bekocht.

12:10 Uhr Zollamt im Hafen:

Die Mitarbeiter des Zollamtes im Niehler Hafen wurden von der Evakuierung anscheinend überrascht: Der Molenkopf wurde geräumt – auch der wurde Kranführer angewiesen, seinen Arbeitsplatz zu verlassen. Zudem wurden schlafende Arbeiter aus ihren Autos geholt.

Video zum Thema

11:50 Uhr Peter-Ustinov-Realschule:

Etwa 50 Bewohner der Riehler Heimstätten sind mittlerweile in der Peter-Ustinov-Realschule in der Neusser Straße angekommen. „Hier sind rund 100 Feldbetten aufgestellt, die aber nicht genutzt werden. Die Leute setzen sich an die bereitgestellten Tische, trinken einen Kaffee, plaudern oder lesen EXPRESS. Ein gemütlicher Kaffeeklatsch”, berichtet EXPRESS-Reporter Oliver Meyer.

11:10 Uhr Axa-Hochhaus:

Im Gefahrenradius liegt das Axa-Hochhaus (45 Etagen, 352 Wohnungen). EXPRESS-Reporter Oliver Meyer ist seit den frühen Morgenstunden vor Ort. Bisher ist die Lage weitgehend entspannt: „Die Bewohner des Axa-Hochhauses wurden mit Aushängen über die Evakuierung informiert. Viele von ihnen werden sich die Zeit schlicht und einfach in der Stadt vertreiben.” Auf den Straßen weisen etliche Helfer den Weg aus der Gefahrenzone – bisher läuft alles reibungslos ab.

10:40 Uhr Seniorenzentrum Riehler Heimstätten:

Allein im Seniorenzentrum Riehler Heimstätten an der Boltensternstraße wohnen und arbeiten insgesamt rund 1400 Personen. „Dort ist die Evakuierung natürlich wegen der vielen bettlägrigen Patienten mit einem größeren Aufwand verbunden. Dennoch ist die Stimmung gut”, sagt EXPRESS-Reporter Oliver Meyer. Die Patienten würden derzeit auf die städtischen Kliniken verteilt. Für die weiteren Bewohner des Seniorenzentrums wurde ein Programm erstellt: Mit KVB-Bussen geht es entweder zum Unterhaltungsprogramm in den umliegenden Sport- und Turnhallen oder auf einen Ausflug.

10:20 Uhr Jugendherberge und Zoo:

Außer der Jugendherberge (derzeit 400 Gäste) und unzähligen weiteren Häusern rund um die Bombe betrifft die Evakuierung auch den Kölner Zoo. Er bleibt den ganzen Tag über geschlossen. „Die Pfleger werden voraussichtlich bis zwölf Uhr bei den Tieren bleiben und den Zoo danach verlassen“, sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Doch schon jetzt ist kaum etwas los im Zoo. „Das einzige, was ich aus dem 16. Stock des Axa-Hochhauses sehe, ist ein einsamer Elefant”, berichtet EXPRESS-Reporter Oliver Meyer.

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