Köln - Die Knackis im Klingelpütz werden immer erfinderischer, wenn es darum geht, geheime Sachen in den Knast zu schmuggeln.
Deshalb sollen Paketsendungen gerade vor Weihnachten noch besser geprüft werden.
Den Vogel schoss unlängst ein Inhaftierter ab, der sich drei Packungen Toblerone von einem Bekannten gewünscht hatte. Eine echte Wirkstoff-Bombe: In den drei Toblerone-Päckchen zu je 100 Gramm fanden die Justizbediensteten 23,6 Gramm Haschisch.
Der Absender, der jetzt selbst ein Drogenverfahren am Hals hat, hatte die dreieckigen Schachteln geöffnet, die Alufolie vorsichtig abgewickelt und dann die Haschisch-Klumpen zwischen den Schoko-Gipfelchen versteckt. Weil nicht alles wieder ganz sauber verschlossen war, flog der Schmuggel auf.
Der Empfänger hätte mit dem Stoff ein dickes Geschäft machen können. Gekifft wird in der JVA Köln auf fast allen Etagen. Und Geld ist wichtig im Knast. Der Stoff ist drei bis viermal so teuer wie draußen, weil er schwieriger zu bekommen ist. Statt 10 € bis zu 40 € das Gramm.
Für die Weihnachtspakete, die schon jetzt für die Knackis gepackt werden, hat das Justizministerium die JVA-Leiter noch mal um erhöhte Alarmbereitschaft gebeten. Südfrüchte sind mittlerweile verboten. Weil sie für russische Gefangene mit Wodka vollgespritzt wurden. Selbst bei löslichem Kaffee wird per Fingertest genau die Versiegelung geprüft. Ein altbekannter Kölner Ganove hatte in einer Nescafé-Dose ein Handy verstecken lassen.
Vor kurzem stellten die Beamten ein „Ghetto-Blaster“-Radio sicher. Hinter dem Lautsprecher war ebenfalls ein Handy versteckt. Die Geräte werden sichergestellt und mitsamt der sogenannten „Habe“ der Knackis verschlossen, bis sie entlassen werden.
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