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Klinik-Skandal: Wurden Ärzte arglistig getäuscht?

Eine testerin soll sich in der Notfallpraxis auf dem Gelände des St.-Vinzenz-Hospitals die Pille danach besorgt haben.
Eine "testerin" soll sich in der Notfallpraxis auf dem Gelände des St.-Vinzenz-Hospitals die "Pille danach" besorgt haben.
Foto: dpa
Köln –  

Im Fall der Abweisung eines Vergewaltigungsopfers an zwei katholischen Kliniken gibt es neue Erkenntnisse. Eine Abtreibungsgegnerin soll sich in der Notfallpraxis des St. Vinzenz-Hospitals als schwanger ausgegeben haben und die "Pille danach" verlangt und auch bekommen haben. Daraufhin habe sie das Krankenhaus beim Erzbistum Köln "verpetzt". Das berichtet der "Kölner Stadtanzeiger".

Dem Bericht zufolge ist der Vorgang dem Bistum bekannt. "Das geht gar nicht. Eine Denunziation hat bei uns keinen Platz", zitiert das Blatt eine Bistumssprecherin, die das Vortäuschen einer Notlage, um Kliniken anzuschwärzen scharf verurteilte.

Christoph Leiden, Sprecher der Krankenhaus-Stiftung der Cellitinnen, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass es in der Vergangenheit mehrere solche „Testpersonen in ganz Deutschland gegeben“ hat. Im genannten Fall habe eine Frau die Notfalldienstpraxis Köln-Nord der Kassenärztlichen Vereinigung aufgesucht, die auf dem Gelände des Hospitals liege und dort auch die „Pille danach“ bekommen.

Dass der Fall für die Abfassung der Richtlinien eine Rolle gespielt haben soll, wies er zurück: „Das war für uns überhaupt kein Anlass, das Thema aufzugreifen“, sagte er. Die „Handreichung“ für Ärzte zum Thema Behandlung und Versorgung bei einem vermuteten Sexualdelikt sei Anfang November 2012 von einem Ethikkomitee verabschiedet worden. Nach Angaben der Stiftung der Cellitinnen im Internet gilt sie für die in der Hospitalvereinigung St. Marien zusammengeschlossenen Kliniken. Die katholische Kirche lehnt die „Pille danach“ grundsätzlich ab, weil diese nach ihrer Auffassung einer Abtreibung gleichkommt.

Der Klinik-Skandal von Köln schlägt seit Tagen hohe Wellen. Zwei katholische Krankenhäuser hatten ein Vergewaltigungs-Opfer abgewiesen.

Die Kliniken haben sich war inzwischen beim Opfer entschuldigt, doch die Kirche bleibt durch das Fehlverhalten weiter in der Kritik.

Was ist die "Pille danach"?

Die „Pille danach“ kann bei rascher Einnahme eine Schwangerschaft verhindern, ist keine Abtreibungspille.

Mit ihrer Einnahme wird der Eisprung so verschoben oder verhindert, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Ist es bereits zu einer Befruchtung gekommen, verhindert sie die Einnistung in die Gebärmutter. Nach bereits erfolgter Einnistung ist sie allerdings nicht mehr wirksam.

Die Pille ist auch für Teenager, die unter 16 Jahre alt sind, geeignet.

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