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Jubiläum im Rathausturm: Als Kölns Glockenspiel zum ersten Mal erklang

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Seit 1958 hängen im Rathausturm  48 Glocken. Ihr  Glockenspiel erklingt viermal täglich.
Seit 1958 hängen im Rathausturm 48 Glocken. Ihr Glockenspiel erklingt viermal täglich.
Foto: Alexander Schwaiger
Köln –  

499 Jahre war es still am Kölner Rathausturm – zumindest was das Glockengeläut betrifft. In den Jahren 1407 bis 1414 von den Kölner Zünften gebaut, war er mit seinen 61 Metern Höhe Kölns erstes „Hochhaus“. Doch erst am 14. Februar 1913 ertönte von dort oben erstmalig das Glockenspiel.

Ausgebombt und ausgebrannt: Der Rathausturm und angrenzende Gebäudeteile.
Ausgebombt und ausgebrannt: Der Rathausturm und angrenzende Gebäudeteile.
Foto: Stadtkonservator

Ein Jahr zuvor hatte der Rat das Anbringen eines Glockenspiels beschlossen. 27 Glocken (Gesamtgewicht: 3900 Kilo) wurden von der Gießerei „Petit und Edelbrock“ in Gescher gegossen. Mitgeliefert wurde eine für jene Zeit überdimensionale und mechanisch angetriebene Klaviertastatur.


Am 14. Februar 1913 spielte darauf Jacob Vincent, Turmglockenspieler am Königlichen Palast von Amsterdam. Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch der Rathausturm schwer getroffen – er brannte fast völlig aus. Im Jahr 1950 übernahm Bernhard Günther, damals Präsident der Kölner Handwerkerschaft, die Initiative: Er gründete den Verein „Bauhütte Rathausturm“.

Alsbald wurde der Wiederaufbau des Turms angegangen. Großzügig stiftete der Verein 1958 auch ein neues Glockenspiel: 45 in den Niederlanden gegossene Glocken (allein die Bronze dafür kostete damals stolze 50.000 Mark).

Dazu kamen drei weitere Glocken, zwei von Vereinen, eine – natürlich die größte – von Konrad Adenauer gestiftet, Schirmherr des Aufbaus. „Seine“ Glocke trägt die Inschrift: „Unse Schirmhär, dä Kunrad, dä janz groß hück regiert, hät als Meister der Bürger dat Rothus durch dä Klüngel geliert“. Eine Miniatur zierte noch zu Bundeskanzler Kiesingers Zeiten den Kabinetttisch in Bonn: als Tischglocke.


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