Empfehlen | Drucken | Kontakt02.12.2008 - 00:00 Uhr

Jetzt spricht der Vater: „So wurde mein Sohn niedergestochen“

Von THOMAS RAUFFMANN
An dieser Stelle  auf der Venloer Straße in Ehrenfeld ereignete sich die brutale Bluttat.
An dieser Stelle auf der Venloer Straße in Ehrenfeld ereignete sich die brutale Bluttat.
Foto: Weiser

Köln - Versuchter Totschlag! Am Montag schickte ein Haftrichter einen 21-Jährigen in U-Haft. Der Mann hatte am Sonntagmorgen einen Physik-Studenten (26) wegen einer Zigarette mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Jetzt schildert der Vater des Opfers, wie sein Sohn niedergestochen wurde.

Für Christopher K. (26) und seinen jüngeren Bruder (23) war der Samstag ein besonderer Tag. Beide hatten Geburtstag. Und beide wollten nach ein bisschen Party gegen 4. 30 Uhr nur noch ins Bett, übernachtet hätten sie bei einem Freund (23), der in Ehrenfeld wohnt. Ein paar Minuten wären es vom Schlecker-Markt an der Venloer Straße noch gewesen.

In diesen Minuten trifft Christopher K. aber auf Mehmet F. (21, Name geändert). F. soll zuvor aus verschiedenen Lokalen geflogen sein, war frustriert, aggressiv. "Er fragte Christopher nach einer Zigarette. Als Christopher "Nein" sagte, machte er ihn an, ob es deswegen sei, weil er Türke sei", so Christophers Vater Wolfgang K. (54).

Dann zückte Mehmet F. ein Messer, stach erst in den Bauch, dann in den Rücken. Die Ärzte finden später bei der Not-OP unter anderem einen elf Zentimeter tiefen Stich auf der Seite vor. Christopher K. liegt auf der Intensivstation. Ob die durchtrennten inneren Organe gerichtet werden können, ist unklar.

"Christopher ist ein Junge aus dem Leben", so sein Vater. Sportlich durchtrainiert, Bundeswehr, Verteidigungssport in der Jugend. "Er hat nichts tun können. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Und das, obwohl die Venloer Straße ja sicher keine Bronx oder so etwas ist“"

Der Messerstecher wurde kurz nach der Tat durch die Hilfe eines aufmerksamen Taxifahrers verhaftet. Die Tatwaffe wurde inzwischen gefunden, die Kleidung des 21-Jährigen war voller Blut.

Er stritt bislang jede Beteiligung an der Tat ab. Ein 19-jähriger Kumpel, der ihn begleitete, wurde inzwischen entlassen - er hat nach derzeitigen Ermittlungen nichts mit den Stichen zu tun.

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