Empfehlen | Drucken | Kontakt22.07.2008 - 00:00 Uhr

Neues Parksystem: Jetzt kommt die Brötchen-Taste

Von CHRIS MERTING
In der Südstadt gibt es das Gratis-Parken schon. Scarlett Brezika (25): „Klasse. So kann ich schnell was erledigen.“
In der Südstadt gibt es das Gratis-Parken schon. Scarlett Brezika (25): „Klasse. So kann ich schnell was erledigen.“
Foto: Käsmacher

Köln - Endlich mal eine gute Nachricht für Autofahrer. Und auch dem Handel in den Stadtteilen wird es gefallen. EXPRESS erfuhr: In den Kölner Einkaufsstraßen soll kostenloses Parken für 15 Minuten eingeführt werden.

Diese Pläne bestätigte Heribert Krichel, Vize-Chef im Amt für Straßen und Verkehrstechnik: „Nach den Sommerferien wollen wir der Politik grundsätzliche Regeln für das Gratis-Parken vorlegen.“

Dieses Schild soll demnächst in vielen Kölner Stadtteilen hängen.
Dieses Schild soll demnächst in vielen Kölner Stadtteilen hängen.
Foto: Käsmacher

Dabei geht es zunächst um die beliebten Einkaufsstraßen in den Kölner Stadtteilen, den so genannten Mittelzentren von Nippes, Lindenthal über Kalk bis Mülheim (siehe Info-Box).

Wer etwa auf der Neusser Straße kurz parken möchte, um ein Brötchen zu kaufen oder einen Lottoschein abzugeben, muss nicht mehr ein Ticket für eine halbe Stunde Parken (1 Euro) lösen oder gar ein Knöllchen riskieren.

Zukünftig heißt das: Einfach die „Brötchen-Taste“ am Automaten drücken und die ersten 15 Minuten sind gratis. In der Severinstraße (Südstadt) wurde diese Regelung bereits mit Erfolg getestet.

Im Verkehrsausschuss wird die Stadt das neue Parkkonzept nun für ganz Köln vorstellen. Sinnvoll sei es für Einkaufsstraßen mit vielen „Geschäften, die den täglichen Bedarf“ abdecken und wo es kein Anwohnerparken gebe. Das trifft auf die Einkaufsstraßen in den Veedeln zu. Dann müssen noch die Bezirksvertretungen zustimmen - was als sicher gilt.

„Wir begrüßen diesen Durchbruch sehr“, so Michael Musto, Vorstandssprecher der Interessengemeinschaft „Köln Vor Ort“. „Seit Jahren hat sich der Einzelhandel das gewünscht.“ Der hatte in den letzten Jahren verstärkt durch die Konkurrenz auf der grünen Wiese und in der Innenstadt zu leiden.

Das Gratis-Parken kostet auch Geld. Die Automaten müssen umgestellt werden, und der Stadt gehen laut Krichel insgesamt 60.000 Euro im Jahr an Parkgebühren flöten. Dies lasse sich aber finanzieren.

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