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Express.de | In Wand zementiert: LKA-Spezialisten analysieren Bomben-Stick aus der Südstadt
25. February 2015
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In Wand zementiert: LKA-Spezialisten analysieren Bomben-Stick aus der Südstadt

In einer Hauswand in der Volksgartenstraße lagerten die brisanten Informationen.

In einer Hauswand in der Volksgartenstraße lagerten die brisanten Informationen.

Foto:

Matthias Heinekamp

Köln -

Unser Bericht über einen einzementierten USB-Stick hat für Aufsehen gesorgt. Kripobeamte versuchen jetzt, den Urheber der darauf gespeicherten Daten zu ermitteln. Dabei hilft jetzt das Landeskriminalamt (LKA). Die Daten auf dem sichergestellten Stick aus der Südstadt sind inzwischen nicht mehr lesbar.

„Einer der Kontakte scheint beschädigt zu sein, so dass unsere Kripokollegen den Stick noch nicht auslesen konnten. Das Speichergerät wird nun dem LKA übergeben, damit die Daten wiederhergestellt und ausgewertet werden können“, sagt Polizeisprecher Christoph Gilles.

Die digitalen „Dead Drops“ (zu dt. tote Briefkästen) wurden 2010 im Rahmen eines Berliner Kunstprojektes des Künstlers Aram Bartholl (42) zum ersten Mal verwendet. Er zementierte mehrere Sticks in Hausfassaden, darauf eine Datei, auf der zur Nachahmung und zum Bespielen der Speichergeräte aufgerufen wird. Die Dead-Drop-Faszination nahm ihren Lauf. Inzwischen gibt es weltweit über 1.500 dieser öffentlichen Schnittstellen. Viele davon in Deutschland.

Aber Vorsicht! Benutzer können sich strafbar machen, sagt der Kölner Rechtsanwalt und Spezialist für „Filesharing“ (zu dt. Daten teilen) im Internet, Christian Solmecke (41): „Wer personenbezogene Daten ohne deren Einwilligung auf den Sticks hinterlässt, macht sich unter Umständen strafbar. Klarer ist der Fall bei Musik-Alben oder Bildern. Wer urheberrechtlich geschützte Werke öffentlich zugänglich macht, muss mit einer teuren Abmahnung rechnen.“

In diesem speziellen Fall, wo Bombenbau-Anleitungen und Tipps zur Herstellung harter Drogen öffentlich zugänglich gemacht wurden, droht sogar Gefängnis. Solmecke: „Bereits das Bereitstellen dieser Informationen ist eine Straftat.“ Wer Anleitungen zu einer Straftat (wozu auch das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gehört) verbreitet oder auf einem Datenspeicher öffentlich zugänglich macht, riskiert laut Anwalt eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren (§ 130a StGB). Dient die Anleitung der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sind bis zu zehn Jahre denkbar“, so der Rechtsexperte.