Köln - Die Finanzkrise ist da. Überall. Inzwischen trifft sie auch die Tierheime. Denn immer mehr Tierfreunde können sich ihre geliebten Hunde, Katzen oder Pferde nicht mehr leisten - und bringen sie schweren Herzens ins Tierheim.
„Wir haben im Tierheim Zollstock seit Jahresbeginn etwa 20 neue Tiere, davon sind allein drei von Leuten, die ihre Tiere wegen Geldknappheit abgeben mussten“, erklärt Ruth Gosdeck. Gerade ältere Tiere, bei denen die Tierarztkosten in die Höhe schnellen, landen im Tierheim. „Die Besitzer sagen: »Ich bin arbeitslos, bekomme Hartz und kann die Rechnungen nicht mehr bezahlen.“
Manche scheuen sich auch, die Wahrheit zu sagen, wenn sie ihre Tiere abgeben müssen. „Viele nennen als Gründe Trennung oder plötzlich aufgetretene Allergien“, weiß Gerd Kortschlag vom Tierschutzzentrum Leverkusen. „Dennoch haben wir momentan mehr Tiere bei uns aufgenommen, als sonst. Ob es aufgrund der Wirtschaftskrise ist, lässt sich nur mutmaßen.“
Viel schlimmer ist es bei Ruth Machelet vom Kölner Schutzhof: „Unter der Woche bekommen wir locker fünf Notmeldungen, vor allem von Arbeitslosen.“ Die Leute können die Pferde einfach nicht mehr halten. „Viele Besitzer schämen sich“, weiß sie.
Weil der Hof nur Platz für 30 Tiere hat, herrscht Annahme-Stopp. Ruth Machelet gibt nun Tipps zur günstigeren Offenlandhaltung oder unterstützt mit Futterspenden. Aber oft kann auch das nicht mehr helfen. „Viele kommen einfach zum Schlachter.“
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