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Hitler-Tag in Köln: Vor 80 Jahren: Machtergreifung der Nazis

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Reichskanzler Hitler lässt sich im offenen Wagen um den Dom fahren.
Reichskanzler Hitler lässt sich im offenen Wagen um den Dom fahren.
Foto: Kölnprogramm, DVD: "Köln im Dritten Reich"
Köln –  

Vor 80 Jahren griffen die Nazis nach der Macht. Anhand besonderer Ereignisse zeichnet EXPRESS den Weg Kölns in die NS-Diktatur nach.

Oberbürgermeister Konrad Adenauer weigerte sich, Hitler zu begrüßen.
Oberbürgermeister Konrad Adenauer weigerte sich, Hitler zu begrüßen.
Foto: Kölnprogramm, DVD: "Köln im Dritten Reich"

Der 19. Februar 1933 war ein solcher Tag.Für die Nationalsozialisten ist es ein weiterer Höhepunkt, dass der Führer wieder zu einem Besuch in Köln erwartet wird. Diesmal reist Adolf Hitler erstmals als Reichskanzler an, nachdem der 84-jährige Reichspräsident von Hindenburg den böhmischen Gefreiten am 30. Januar 1933 zum Kanzler ernannt hat.

Und: Der Reichstag wurde wieder aufgelöst; durch die anstehenden Neuwahlen streben die Nazis die Alleinherrschaft an.

Mit Tausenden Plakaten  wurden die Kölner auf den „Hitler-Tag“ eingeschworen.
Mit Tausenden Plakaten wurden die Kölner auf den „Hitler-Tag“ eingeschworen.
Foto: NS-Dok-Zentrum

Entsprechend stilisieren die örtlichen NS-Funktionäre den Besuch zum „Hitler-Tag in Köln“ hoch. „Des Rheinlands größter Tag“ heißt es in dem NS-Blatt „Westdeutscher Beobachter“.

Aber noch hat am Rhein ein anderer mitzureden: Im Rathaus regiert seit 1917 ununterbrochen Oberbürgermeister Konrad Adenauer. Die Galionsfigur der katholischen Zentrumspartei denkt nicht daran, Hitler die Stadt einfach so zu überlassen.

So sah Köln im „Dritten Reich" aus

Schon am frühen Morgen klettern SA-Männer auf der Deutzer Brücke und den Messebauten herum, um Hakenkreuzfahnen anzubringen. Prompt schickt Adenauer städtische Mitarbeiter, um sie wieder zu entfernen.

Die Begründung: An städtischen Bauten gehörten nur amtliche Fahnen, nicht aber die Parteifahne der NSDAP. Zuvor hat sich der OB auch noch geweigert, Hitler am Flughafen Butzweilerhof zu empfangen.

Hitler käme ja nicht als Kanzler, sondern als Wahlkämpfer. Die Kölner NS-Größen schäumen und schwören Rache für diese „ungeheuerliche Brüskierung“.

Durch die Straßen marschieren den ganzen Tag 15.000 Braunhemden, Zehntausende Kölner stehen am Rand. Für die eigentliche Großkundgebung auf dem Messegelände gibt es kaum noch Plätze.

Auf dem Schwarzmarkt wird eine Eintrittskarte mit 100 Reichsmark gehandelt, was einer heutigen Kaufkraft von 400 Euro entspricht.

In Deutz sagt der Wahlkämpfer Hitler dann auch schon klar, was er eigentlich anstrebt: „Schluss mit der demokratischen Mehrheitsvergewaltigung.“

Die neue DVD-Serie über Köln

Köln im Dritten Reich. So heißt die neue DVD-Serie in drei Teilen über die Ereignisse und das Leben in Köln zwischen den Jahren 1933 bis 1945.

Der Kölner Filmemacher und Journalist Hermann Rheindorf (www.koelnprogramm.de) erzählt mit einzigartigen, bislang unveröffentlichten historischen Filmaufnahmen und mit Berichten von urkölschen Zeitzeugen wie etwa Ludwig Sebus die Geschichte Kölns. Teil 1, „Der Weg in die NS-Diktatur“ (14,80 Euro), gibt’s im Internet unter www.express.de/shop und im EXPRESS-Servicecenter im DuMont-Carré, Breite Straße 72.

Teil 2 und 3 der DVD-Serie erscheinen im Frühjahr.

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