Köln - Die Espresso-Bar in den Köln-Arcaden am Mittwoch gegen 15 Uhr.
Viele machen ein Päuschen vom Weihnachts-Shopping. Trinken einen Kaffee, lesen EXPRESS und rauchen dazu eine Zigarette. Wie immer, denn das Center-Management hat nichts gegen die Fluppe zum Kaffee.
Plötzlich taucht ein Dutzend Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf der Ebene auf. Raucher-Razzia! Eine Raucherin wird laut: „Hier stehen doch Aschenbecher. Was wollen Sie von mir?“ Der Amtstrupp: „Wir wollen Sie verwarnen. Das kostet 35 €“. Die Frau will nicht bezahlen. Ein Augenzeuge meint: „Hier wird es gleich handgreiflich. Besser weg.“
Es hat zwar schon Überprüfungen in Köln gegeben. Aber eine Razzia in Mannschaftsstärke - das ist neu. „Weil so viele Raucher da waren, haben sich unsere Mitarbeiter für diese Personenzahl entschieden. Sie sollen sich passiv verhalten, müssen aber immer mit Beleidigungen rechnen“, so Robert Kilp, Leiter des Kölner Ordnungsamts.
Der Hintergrund für die Razzia: Einkaufscenter sind geschlossene Räume. Da darf nicht geraucht werden. Kilp: „Bis auf das Center-Management der Köln-Arcaden haben sich alle daran gehalten. Am Mittwoch hat dann auch das Center in Chorweiler das Rauchverbot wieder aufgehoben. Da mussten wir reagieren.“
Seine Behörde ist jetzt dabei, eine Ordnungsverfügung auszuarbeiten, mit denen Zwangsgelder eingetrieben werden könnten. Und die würden bei jedem erneuten Verstoß höher, im Zweifel sogar fünfstellig. Kilp muss allerdings auch in Betracht ziehen, dass sich die Center-Betreiber gerichtlich wehren.
Gegen Ordnungsverfügungen kann man klagen. Kilp: „Dann müssen wir das eben vor dem Verwaltungsgericht ausfechten.“ Und sehen wer recht hat.
Bei der gestrigen Razzia kassierten etwa ein halbes Dutzend Raucher eine 35-Euro-Knolle. Wer kein Geld dabeihatte, bekommt einen Anhörungsbogen.
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