Am Donnerstag wurde sie wieder vergeben, die „Saure Zitrone“ – also der Preis des Kölner Verkehrsvereins, den eigentlich keiner will.
Der „Gewinner“ diesmal ist... Tusch... der Bahnhof Deutz. „Ausgezeichnet wird aber die Deutsche Bahn“, erklärte der Vereins-Vorsitzende Martin Schwieren. Die habe den schlimmen Zustand des Bahnhofs zu verantworten: Er ist seit Monaten eine Baustelle, nichts Erkennbares geschehe.
„Der Vorplatz sieht verboten aus, die Treppen sind marode. Dabei ist der Bahnhof Deutz neben dem Hauptbahnhof ein zentrales Entree der Stadt. Umso beschämender und unzumutbarer sein Zustand, in dem er sich schon so lange befindet“.
Der Deutzer Bahnhof ist nicht der einzige Schandfleck in Köln. „Der öffentliche Raum ist in einem desolaten Zustand“, beklagt Schwieren. Fast 50 Vorschläge erreichten die Jury. Auch das Parkhaus „Unter Goldschmied“ wurde als Anwärter für die „Saure Zitrone“ gehandelt: „Hässlich“, „Beleidigung für das Auge“, „eine Zumutung“, hieß es in den Begründungen.
Ebenso angeprangert wurden Stromkästen vor öffentlichen Gebäuden wie an St. Kolumba, die vermüllten Bahnbögen am Eigelstein und in Ehrenfeld. Hier wird seit Jahren Besserung versprochen, aber nichts passiert. Kritisiert wurde auch die Bahnunterführung in der Trankgasse, der Zustand des Opernplatzes an der Nordsüdfahrt und der Niedergang des Porzer Marktes.
Kaspar Kraemer, Kölner Architekt und Jury-Mitglied, kritisierte dann auch: „Wo ist die ästhetische Führung in dieser Stadt? Das Grundproblem ist der Mangel an Zuständigkeit. Zudem fehlt der Blick für das Ensemble – sonst würden vor Kolumba die hässlichen Stromkästen nicht stehen. “ „Eine einzelne Saure Zitrone reicht da nicht – eigentlich müsste ein ganzer Baum her“, seufzt Schwieren.
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