Köln - Mal nannte er sich Roberto, mal Ivanile, mal Danny. Und machte Männern in einschlägigen Lokalen schöne Augen.
Doch in Wahrheit heißt der Milchbubi Hassan und wollte immer das gleiche. Keine Küsse, keinen Sex, sondern Geld und Schmuck.
Und dafür war Gigolo Hassan jedes Mittel recht, meint Staatsanwalt Marc Flöck (35). Seine Partner hofften auf einen One-Night-Stand, nahmen Hassan mit in ihre Wohnung. Doch spätestens beim Küssen landeten die meist betuchten älteren Herren im Reich der Träume.
Hassan träufelte ihnen über seine Lippen oder unter Hinzunahme der Finger Diazepam und Rohypnol in hoher Dosis ein. Oder mischte etwas ins Getränk.
Folge: Die meisten Opfer fielen in einen komaartigen Schlaf und wachten erst am nächsten Nachmittag auf. Reichte das Schlafmittel nicht aus, prügelte und fesselte er seine Opfer, um so an Tresorschlüssel zu gelangen.
Hassan war am nächsten Tag stets über alle Berge. Mit teuren Uhren, Bargeld, Kredit- und Bankkarten plus Pin-Nummer, DVDs, Handys. Beute: Sechsstellig. „Weil er keine legalen Einnahmen hatte, bestritt er so seinen Lebensunterhalt“, sagt Flöck.
Schon 2001 wurde Hassan laut Anklage in der Schweiz auffällig, raubte einem Geschäftsmann im Tessin 14.000 Franken und teure Uhren. Weil er ein Busticket in Zürich mit einem 1000-Franken-Schein bezahlen wollte, fiel er bei der Polizei auf. Doch aus der U-Haft konnte er flüchten.
In Köln schlug er 2007 und 2008 in Bars am Heumarkt und im Friesenviertel zu. Acht Raubüberfälle will Staatsanwalt Flöck ihm nachweisen. Und weil Hassan über Jahre immer wieder zuschlug, auch in Frankfurt, Düsseldorf und Dortmund, will er den 28-Jährigen Marokkaner für immer wegschließen: Sicherungsverwahrung!In Kürze sollen die Opfer aussagen.
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