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Freispruch für Kölner: HIV-Infizierter (41) hatte ungeschützten Sex mit Kolleginnen

Angeklagter

Der Angeklagte nach dem Prozess vor dem Kölner Amtsgericht.

Foto:

Hendrik Pusch

Köln -

An Drogenbesteck hat sich Markus S. (41, Name geändert) mit dem Immun-Virus HIV infiziert. Das hielt ihn aber nicht davon ab, ungeschützten Sex zu haben. Weil er zwei Frauen seine Krankheit verschwieg, musste sich der Mann am Mittwoch vor dem Amtsgericht verantworten. Doch der Prozess nahm eine überraschende Wende.

Anklage: versuchte Körperverletzung

Für die Kölner Staatsanwaltschaft war der Fall klar. Sie klagte den Sozialhilfeempfänger wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung an. Versucht, weil sich die Sex-Partnerinnen – zwei Kolleginnen in einer Arbeitsmaßnahme – nicht mit dem HI-Virus angesteckt hatten. Viele Wochen hatten sie mit der Angst gelebt, doch infiziert zu sein.

Der Erkrankte konnte  durch seinen behandelnden Arzt auch nachweisen, zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs gar nicht ansteckend gewesen zu sein. Durch die Einnahme von hemmenden Medikamenten konnte der Virus im Blut tatsächlich nicht mehr nachgewiesen werden.

Virus nicht ansteckend

Lediglich im Erbgut konnte die HIV-Erkrankung des Angeklagten nachgewiesen werden, bestätigte auch ein Oberarzt der Uniklinik, der als Gutachter geladen war und sich seit mehr als 30 Jahren mit HIV und Aids beschäftigt.

 „Eine wirksame HIV-Therapie kann sogar einen besseren Schutz als ein Kondom darstellen“, sagte der Mediziner.  Vorausgesetzt natürlich, der Patient nehme regelmäßig seine Medikamente.

Richter Frank Altpeter

Amtsrichter Dr. Frank Altpeter führte die Verhandlung.

Foto:

Hendrik Pusch

Freispruch vor Gericht

„Ich habe in diesem Verfahren viel über die medizinische Forschung gelernt“, sagte der Richter Dr. Frank Altpeter.  Der Richter stellte fest, dass es sich beim Angeklagten um einen „Muster-Patienten“ handelte.

Da S. nicht ansteckend war, habe er den Damen vorm Sex auch nicht von der Infizierung berichten müssen. Freispruch!

(exfo)