Empfehlen | Drucken | Kontakt05.02.2012 - 15:00 Uhr

Filmreife Verfolgungsjagd: Aleksi, der Held im Friesenviertel

Von JAN WÖRDENWEBER
Auf ihn war Verlass: Aleksi verfolgte die Täter zu Fuß und mit dem Auto. Außerdem informierte er die Polizei über den Aufenthaltsort der Diebe.
Auf ihn war Verlass: Aleksi verfolgte die Täter zu Fuß und mit dem Auto. Außerdem informierte er die Polizei über den Aufenthaltsort der Diebe.
Foto: Alexander Schwaiger
Köln –  

Stolz ist Aleksi Müneyyir nicht. Eher enttäuscht über die Tatsache, dass er der Einzige war, der am Freitag auf dem Hohenzollernring Zivilcourage zeigte:

Der 28-jährige Kölner reagierte blitzschnell, als er einen flüchtenden Dieb sah. Was dann geschah, war eine filmreife Verfolgungsjagd - mit Happy End.

Nur nicht für den Dieb.Es ist 9.20 Uhr, als zwei Männer aus dem Friseursalon „Clue-Hairdressing“ an der Palmstraße stürmen. Sofort bemerkt die Friseurin, dass eine Geldbörse fehlt. Sie verfolgt die Täter bis auf den Ring - dann geht ihr die Puste aus.

In diesem Moment fährt Aleksi Müneyyir in seinem Auto vorbei. „Ich sah eine Frau, die «Hilfe, Dieb» schrie, und fast gleichzeitig rannte so ein Typ vor meinem Wagen her in die Limburger Straße.“

Aleksi reagiert blitzschnell, fährt dem Flüchtenden einige Meter hinterher. Um ihm überall hin folgen zu können, parkt er seinen Wagen und verfolgt den Täter zu Fuß weiter. Der merkt nicht, dass ihm jemand auf den Fersen ist: Ruhigen Ganges schlendert der Dieb inzwischen durch die Brüsseler Straße.

Auch kann er nicht wissen, dass Aleksi längst mit seinem Handy die Polizei alarmiert hat. „Ich hab’ etwas Abstand gelassen und so getan, als würde ich bummeln“, so der 28-Jährige. Ständig informiert Aleksi die Polizei über den Aufenthaltsort der Täter, die mittlerweile wieder zu zweit sind.

Plötzlich Martinshorn. „Ich hab’ der Polizei gesagt, sie solle das auf der Stelle ausmachen! Die Täter wurden doch nervös!“ Aleksi reagiert in der Maastrichter Straße: „Ich hab’ mir einen von hinten geschnappt, während die Polizisten dem anderen hinterher waren.“

Die Beamten sind nach den zwei Festnahmen voll des Lobes für ihren „Kollegen“: „Super-Arbeit.“ Auch die Friseurin ist erleichtert, als sie vom EXPRESS erfährt, dass es doch einen Helfer gab: „Ich dachte nur, warum hilft mir keiner, als ich auf dem Ring stand und geschrien habe.“ Aleksi sagt, es sei selbstverständlich gewesen – für ihn.

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