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Erster Kölner Verein gegründet: Die strickenden Männer von Sülz

Bernadette Schwering bringt ihren Schülern am Gottesweg die Kunst mit den Nadeln bei.

Bernadette Schwering bringt ihren Schülern am Gottesweg die Kunst mit den Nadeln bei.

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Florian Jocham

Köln -

Gelächter dringt aus dem Laden am Gottesweg. Nein, es ist keine Kneipe. Es gibt kein Bier und keinen Fußball. Im Wollgeschäft „Perlhund“ sitzen sechs Männer im Kreis und lernen Stricken.

Eigentlich sind es sogar sieben. Doch Friedolin (1), im grünen Strickjäckchen, zieht es vor, seinem Papa Johannes Keil (33) zuzusehen, wie er das lernt, was früher angeblich mal Frauensache war. „Ich bin Fachbuchautor und finde das total entspannend“, sagt der Vater.

Lehrerin ist Ladenbesitzerin Bernadette Schwering (49). Sie hat den ersten Kölner Strickverein für Männer gegründet. „Momentan sind die Mitglieder vor allem Nachbarn und Freunde. Es kann aber jeder mitmachen“, sagt sie.

Die Laune ist prächtig. Die Wolle geht hauptsächlich für missratene Maschen drauf. Was für weitere Lacher sorgt. „Jetzt konzentriert euch mal“, ruft einer.

Warum nur machen die das? „Letztlich flüchten wir alle vor unseren Frauen“, sagt Filmwissenschaftler Jochen Bentz (57), der hochkonzentriert auf seine Nadeln starrt. Seine Zwischenbilanz: „Erschreckend schwer.“

Sitznachbar Steffen Heck (47) dagegen wirkt so cool, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Kein Wunder: „Der ist ja auch Unfallchirurg, hat meiner Frau schon das Schlüsselbein geflickt“, sagt Jochen.

Jeden Samstag ab 13 Uhr will sich der Verein immer treffen. Weitere echte Kerle, die an der Nadel hängen wollen, werden gesucht. Denn: „Stricken ist cool“, sagt Bernadette Schwering.