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Erster Fahrer packt aus: So werden Touristen in Köln mit den Rikschas abgezockt

Will unehrliche Kollegen nicht mehr dulden: Cihan Konak steht mit seinem Rikscha-Taxi am Bahnhofsvorplatz.

Will unehrliche Kollegen nicht mehr dulden: Cihan Konak steht mit seinem Rikscha-Taxi am Bahnhofsvorplatz.

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Adnan Akyüz

Köln -

Die gleiche Strecke für doppelt so viel Geld? Ein Kölner Rikscha-Fahrer packt aus und erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Kollegen. Wir machten daraufhin den Rikscha-Test. Zunächst ließ sich unser Reporter vom Bahnhofsvorplatz zum Rudolfplatz chauffieren: Zehn Euro, so der reguläre Preis. Die Rückfahrt mit einem anderen Fahrer kostete das Doppelte! Der Reporter hatte sich als Tourist ausgegeben und Englisch gesprochen.

Kein Einzelfall: „Manche Kollegen berechnen für eine Strecke von fünf Minuten fast 20 Euro. Diese Verarsche mache ich nicht länger mit“, sagt Cihan Konak (37), der seit einem Jahr als Rikscha-Fahrer in Köln arbeitet. „Am meisten stört mich, dass Kollegen unehrlich sind. Es gibt Preisabsprachen, an die wir uns alle halten sollten“, sagt er.

Rikscha-Fahrer können ihre Dreiräder gegen Vorlage eines Gewerbescheins bei Rikscha-Firmen mieten. In Köln gibt es rund 30 Fahrer. Am Wochenende beträgt die Miete 25 Euro pro Tag. Den Umsatz streichen die Fahrer ein. Ähnlich wie bei Taxen, empfängt der erste in der Reihe die Kunden.

„Manche Kollegen haben keinen Gewerbeschein, keine Steuernummer, keine Ausnahmegenehmigung und kaufen sich eine gebrauchte Rikscha im Internet. Somit umgehen sie Steuerabgaben“, sagt Konak. Die Rikschas werden aus Asien geliefert und vor Ort montiert, die Preise beginnen ab 2000 Euro.

Konak hat sich seine eigene Rikscha gekauft, verdient nach eigenen Angaben monatlich rund 3000 Euro brutto. Andere Kollegen verdienen ähnlich viel – aber tricksen, behauptet Konak: „Von einem weiß ich sogar, dass er dazu noch Sozialhilfe bezieht.“

Diesen Vorwürfen müsse sofort nachgegangen werden, erklärte Kölntourismus-Chef Josef Sommer uns gegenüber. „Solche Praktiken sind nicht im Sinne einer weltoffenen Stadt.“


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