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Empfehlen | Drucken | Kontakt 04.12.2012 - 19:57 Uhr

Eric Sell (29) alias „Ees“: Kölner Afrikaner bläst zum Angriff

Von VANESA BORBAS
Eric Sell alis „Ees“ griff im Kölner Restaurant „Shaka Zulu“ zur Vuvuzela.
Eric Sell alis „Ees“ griff im Kölner Restaurant „Shaka Zulu“ zur Vuvuzela.
Foto: Udo Gottschalk
Köln –  

Er ist in Afrika ein Star, hat einen eigenen Energydrink, ein Buch und sogar eine Turnschuhmarke herausgebracht. Er gewann den wichtigsten Musikpreis Afrikas.

Und: Auch wenn ihn hier kaum jemand kent. Eric Sell (29) alias „Ees“ ist ein Kölner! EXPRESS erzählt seine verrückte Karriere...

Wir treffen Ees im „Shaka Zulu“, einem südafrikanischen Restaurant im Belgischen Viertel. Hier wird der in Namibia geborene Musiker (seine Vorfahren leben seit 1886 dort) mit Essen versorgt - wenn er Heimweh nach Afrika hat.

Seit 2006 ist Ees ’ne kölsche Jung. Wie das kam: Am Strand lernte er einen Kölner kennen. „Der meinte »Komm doch mal nach Deutschland, nach Köln«.“ Zu der Zeit lief es bei Ees in Namibia nicht rund, er packte seine Koffer. „Ich fühle mich wohl in Köln, die Leute sind offener als in anderen Städten. Und ich gehe unerkannt zum Lidl.“

Ganz anders in Afrika: Ees ist der einzige weiße Afrikaner deutscher Abstammung, der dort mit „Kwaito“ ein Star ist. Kwaito ist die afrikanische Popmusik, läuft im Radio rauf und runter. Genauso wie seine Songs. Doch wie kommt ein weißer Namibianer zur Musik der Anti-Apartheids-Bewegung?

Der 29-Jährige ging in Namibia auf eine staatliche Schule, mit Schülern aller Hautfarben. Über seine Freunde lernte er „Kwaito“ kennen, die Musik, die aus den südafrikanischen Townships stammt.

Vor über sieben Jahren fing er mit der Musik an, kämpfte anfangs gegen Vorurteile: „Guckt euch nicht meine Hautfarbe an, schaut auf meine Seele. Ich bin genauso wie ihr.“ Große Anerkennung gab es für ihn, als der „King of Kwaito“ Mandoza mit ihm arbeitete.

Mit der Musik ist Ees so erfolgreich wie kaum ein anderer Künstler auf dem Schwarzen Kontinent. Das belegt seit Kurzem auch die Verleihung des „Channel 0 Africa Music Award 2012“, wo er in der Sparte „Best Kwaito Artist“ den Publikumspreis abräumte. Ees ist auf Promo-Tour, wer mehr über ihn erfahren will: www.eesy-ees.com

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