Der gemeinsame Selbstmord von drei jungen Menschen – zuletzt sorgte der Dreifach-Suizid von Reichenbach Ende 2001 für Aufsehen.
Mit Stricken aneinandergefesselt, sprangen die drei (14, 17, 18) von der 78 Meter hohen Göltzschtalbrücke. Kriminalpsychologe Dr. Christian Lüdke, zehn Jahre lang in der Selbstmordforschung tätig: „Wir sprechen dabei von einer ,Folie à troi', also einer Art Verrücktheit zu dritt.“
Bei vielen dokumentierten Fällen habe ein Mitglied der Gruppe eine psychische Störung gehabt und die anderen, die auch labil waren, infiziert. „Einer ist also quasi der Initiator.“ Dass die drei Kürtener Jugendlichen erst zwei Wochen vorher die Wohnung bezogen hatten, spreche für eine lange geplante Tat.
„Ein Mensch bringt sich nie im Affekt um.“ Verglichen mit Selbstmord durch Schuss- und Stichwaffen gehöre eine Kohlenmonoxidvergiftung zu den „weichen Selbstmordarten“, die weniger für verborgene Aggressionen spreche.
„Angst spielt eine große Rolle und die Unfähigkeit mit Enttäuschungen umzugehen.“ Alarmzeichen: Wenn sich die Kinder zurückziehen, Dinge aufgeben, die ihnen wichtig waren oder plötzlich aggressiver werden. „Dauern solche Phasen länger als drei Monate, sollte Hilfe in Anspruch genommen werden“, so der Experte.
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