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Eine Zigarre auf das Leben EXPRESS-Besuch beim ältesten Kölner (104!)

Gemütlich sitzt Friedrich Zenk mit Zigarre und EXPRESS im Sessel.

Gemütlich sitzt Friedrich Zenk mit Zigarre und EXPRESS im Sessel.

Foto:

Patric Fouad Lizenz

Köln -

Manche Dinge können den alten Friedrich „Fritz“ Zenk noch richtig ärgern. Wenn man im Leben nicht mehr durchhält, sondern einfach aufhört, wie etwa Papst Benedikt: „Unglaublich. Als Stellvertreter Gottes zurückzutreten – wo gibt’s das denn? Der Mann ist doch erst 85!“

Starke Sprüche, ein spitzbübischer Humor und eine für sein Alter unfassbare geistige Fitness machen Zenk zu einem faszinierenden Gesprächspartner. Auch ich, der EXPRESS-Reporter, fragte mich: Wer will schon 100 werden? Wer den amtierenden „Kölner Alters-Champ“ kennenlernt, wird fragen: Warum eigentlich nicht?

Zenk, am 14. Oktober 1908 am Mauritiussteinweg geboren und fast 40 Jahre als Diplom-Ingenieur bei der GEW, wohnt in Weiden in seiner eigenen Wohnung mit Wintergarten. Mit dem Rollator erreicht der Witwer und Weltkriegsveteran (er kämpfte sich 1940 bis 1945 von Frankreich bis nach Stalingrad) Bad, Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer.

Hier sitzt er am liebsten im Leder-Sessel, telefoniert mit seinen zwei Kindern oder seinem Enkel, denkt an seine 1987 verstorbene Frau Annelie und steckt sich gerne eine dicke „Churchill“ an.

Was ist das Geheimnis seiner irren Alters-Fitness? „Ich freue mich auf jeden neuen Tag. Ich lache gerne, genieße mein Leben. Ich rauche seit 75 Jahren Zigarre, in letzter Zeit jeden Abend. Jahrzehntelang trank ich täglich einen halben Liter Kölsch. Jetzt gerne Rotwein. Früher habe ich gerne Sport getrieben. Mit einer Pflegerin mache ich noch Gymnastik. Ich bin 104 – na und?“

Und: Seit 36 Jahren geht Zenk regelmäßig zum Hausarzt lässt sich komplett durchchecken: „Meine Blutfettwerte sind im Laufe der Jahrzehnte angeblich sehr konstant geblieben. Das, so der Doktor, wäre schon eine besondere Sache.“

Die Geschichten seines Lebens könnten Bände füllen, immer wieder zieht Zenk Parallelen von heute zu damals: „Die jetzige Grippewelle macht mir Angst, 1917 hatten wir das schon mal in Köln, damals mit Toten.“ Auch der Pferdefleisch-Skandal bewegt ihn: Nach dem Ersten Weltkrieg, erzählt er, wäre im Kölner Zoo plötzlich ein Elefant verstorben. „Angeblich wurde das Fleisch verteilt. Wir waren damals so hungrig, wir hätten alles gegessen.“