Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Eigene Altkleider-Container : Stadt Köln will jetzt Lumpen verkaufen

Mit alter Kleidung will die Stadt Köln Geld in die Kasse spülen.

Mit alter Kleidung will die Stadt Köln Geld in die Kasse spülen.

Foto:

gms

Köln -

Die Stadt braucht Geld. Und da wird alles ausprobiert, was möglich ist. Jetzt will die Verwaltung Lumpen sammeln – die Stadt steigt ins Altkleider-Geschäft ein.

Sozial- und Umweltdezernentin Henriette Reker bestätigt gegenüber EXPRESS: „Ja, wir wollen Alt-Textilien gewerblich verwerten. Die Abfallwirtschaftsbetriebe sollen die ökologischen und ökonomischen Voraussetzungen prüfen.“ Es sei zunächst ein Testlauf als Pilotprojekt geplant.

In welchem Veedel oder Stadtbezirk dieser „Test“ stattfinden soll, kann die Dezernentin noch nicht sagen. „Wir wollen für die Sammlung der Altkleider Container einsetzen“, sagt Reker. „Und dabei wollen wir selbstverständlich darauf achten, dass das Stadtbild nicht verschandelt wird.“

Pro Container seien monatlich 400 Euro zu erzielen. Macht pro Container 4800 Euro im Jahr. 50 Container brächten schon 240 000 Euro. Städte wie Jena oder Moers sind bereits im Lumpen-Geschäft. „Wir wollen die Sammlung in Köln in enger Abstimmung und in Kooperation mit den Wohlfahrtsverbänden durchführen“, sagt Reker.

Bis 2020 müssen die Städte und Gemeinden gewährleisten, dass 65 Prozent aller Siedlungsabfälle wiederverwertet oder recycelt werden. „In einem ersten Schritt testen wir ab Frühjahr 2013 die Einführung der Wertstofftonne“, sagt die Dezernentin. „Die Altkleider-Sammlung könnte ein weiterer Schritt werden.“ Oft landen Altkleider nämlich tatsächlich in der Papierproduktion.

Doch es gibt auch Kritiker: Diese Altkleider kommen nicht Bedürftigen zugute, sondern werden weiterverkauft – und werden dann auf Märkten etwa in Tansania gehandelt.

Damit befasst sich am Montagabend auch die Sendung "Könnes kämpft - der Altkleider-Irrtum" um 20.15 Uhr im WDR-Fernsehen.