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Drogen, Diebstahl, Raub: Polizei nennt sie „Nafris“ – immer mehr Taten am Kölner Dom

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Drogen-Razzia zwischen Dom und Rheinufer

Foto:

Carsten Rust

Köln -

Seit den Sex-Übergriffen in der Silvesternacht stehen sie im Mittelpunkt polizeilicher Ermittlungen – zugewanderte Nordafrikaner, die überwiegend in Asylheimen im Rheinland gemeldet sind und in Köln Straftaten begehen.  Polizeiintern werden diese jungen Männer aus Nordafrika „Nafris“ genannt.

Es geht um Drogenhandel, Taschendiebstähle, Raubtaten rund um den Dom, am Hauptbahnhof und auf den Ringen. Und die Zahl der angezeigten Straftaten schießt förmlich in den Himmel.

Die Zahlen steigen stetig

So lagen der Polizei im Jahr 2014 „nur“ 53 Anzeigen von Opfern sogenannter „Antänzer“ vor, wovon 23 Taten aufgeklärt werden konnten. Im vergangenen Jahr konnten zwar insgesamt 30 Taten aufgeklärt werden, 2015 allerdings lagen 319 Anzeigen von bestohlenen Opfern vor.

Bei den 210 ermittelten Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizeibericht vornehmlich um junge Nordafrikaner: 53 aus Algerien, 50 aus Marokko. Die meisten von ihnen  stammen aus ärmlichen Verhältnissen, sind  aus ihren Heimatländern geflohen und in Wohnheimen in NRW untergebracht.

„Es handelt sich dabei aber nicht um organisierte Banden. Es sind eher Einzeltäter, die sich über soziale Netzwerke finden, zusammentun und Taten begehen“, so ein Beamter zu uns.

Die Kölner Polizei hat seit 2014 sogar eine eigene Analysedatenbank namens „Nafri“ eingerichtet, die nur Straftaten erfasst, die Tätern dieser Nationalitäten zuzuordnen sind.

„Das Hauptproblem, das Köln hat, ist eine zu lasche Justiz. Ich habe von Polizisten erfahren, dass sie erwischte Täter in der City oft gar nicht festnehmen, weil die einen Tag später eh wieder an gleicher Stelle ihren Geschäften nachgehen“, so der CDU-Landtagsabgeordnete Gregor Golland.

Die Täter sind vom Gesetz unbeeindruckt

Wie wir erfuhren, sehen das die Täter ähnlich: Bei von der Polizei abgehörten Telefonaten der Verdächtigen sollen sich diese über die Kölner Richter und deren Urteile regelrecht amüsiert haben.

In der polizeiinternen Zeitschrift „Forum“ schreibt ein Ermittler, dass nach Auswertung der Taten rund 40 Prozent der zugewanderten Marokkaner, Algerier und Tunesier in Deutschland  straffällig würden.

Allein im vergangenen Jahr konnten die Beamten in Köln rund 2000 Tatverdächtige festnehmen.

Nach Ermittlererkenntnissen, finden viele der Täter Unterschlupf im  Düsseldorfer Maghreb-Viertel am Hauptbahnhof, wo besonders viele Marokkaner leben sollen.