Köln - Was haben die Ex-SPD-Größen Klaus Heugel (70), Norbert Rüther (57) und Hardy Fuß (53) gemeinsam? Für alle drei ist das Landgericht seit Monaten die zweite Heimat.
Jetzt der Paukenschlag nach 18 Monaten Prozess und 98 Verhandlungstagen. Das Landgericht hat am Montag den Ex-SPD-Landtagsabgeordneten Fuß wegen Beihilfe zur Untreue zu drei Jahren Knast verurteilt. Neun Monate werden wegen „überlanger Verfahrensdauer“ erlassen.
Ursprünglich sollte Fuß (53) zusammen mit seinem ehemaligen Chef Hellmut Trienekens (69) der Prozess gemacht werden. Doch der Ex-Müll-Baron gilt als verhandlungsunfähig. Die sechsstelligen Anwaltskosten übernimmt das Nachfolge-Entsorgungsunternehmen.
Fuß gab sich vor dem Urteil noch locker: „Ich habe damals nur das gemacht, was der Chef gesagt hat. Ich sollte Gelder in die Schweiz überweisen. Diese Anweisung habe ich befolgt. Feierabend.“
In der Anklage hieß es, Fuß habe als Trienekens-Beauftragter Luftrechnungen unterschrieben, damit Millionen in eine „Kriegskasse“ in die Schweiz umgeleitet werden konnten. Das wertete das Gericht als Beihilfe zur Untreue. Die Verteidigung bezeichnete diese schwarze Kasse als „völlig normal“. Fuß kündigte gegenüber EXPRESS an, dass er in Revision will.
Die lange Verhandlungsdauer erklärt Landgerichtssprecher Dirk Eßer so: „Die Verteidigung hat mehr als hundert Beweisanträge gestellt, die abgearbeitet werden mussten.“
Im Verfahren gegen die mutmaßlichen SPD-Korruptis Klaus Heugel und Norbert Rüther ist zurzeit Stillstand. Beide hatten ihre Revision in Karlsruhe gewonnen. Bei der Staatsanwaltschaft weiß man, dass nach der Beurteilung der höchsten Gerichte für beide nicht mehr als eine Bewährungsstrafe drin ist. Der Prozess dauert jetzt aber auch schon acht Monate.
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