Ein 6-Parteien-Haus im idyllischen Kürten – Dienstagnachmittag trugen Bestatter drei Leichen aus einem 32-Quadratmeter-Appartement. Die Leichen von drei jungen Männern (alle 20). Sie nahmen sich gemeinsam das Leben.
Der kleine Ort und die Nachbarn im Schock. Erst vor 14 Tagen war Mirko M. in das Haus eingezogen. Eine Nachbarin: „Er war stets freundlich und ruhig, war groß und schlank. Er trug immer so schwarze Klamotten.“ Mirko und seine beiden Freunde waren offensichtlich Anhänger der Gothic-Szene. Und sie hatten offenbar düstere Gedanken. Immer wieder sprachen sie über den Tod, vom Sterben – bis sie es jetzt tatsächlich gemeinsam taten.
Die jungen Männer hatten sich in der noch nicht eingerichteten Küche Matratzen auf den Boden gelegt. Dann verfassten sie gemeinsam einen Abschiedsbrief, den Ermittler später sicherstellten.
Darin, so erfuhr EXPRESS, sprachen die Drei davon, keine Perspektive zu sehen in dieser Welt und sich nach dem Tod mehr zu sehnen als nach dem Leben.
Kurz bevor die Männer starben, schickte Mirko M. seinem Vater noch eine Abschieds-SMS aufs Handy. Der Vater raste sofort zu der Wohnung. Er schaute von der Rückseite in die Küche – und sah die drei Freunde leblos auf den Matratzen liegen.
Der Notarzt konnte nichts mehr tun. Die Polizei stellte mehrere Flaschen sicher. Der Verdacht: Die jungen Männer könnten sich vergiftet haben. Die genaue Todesursache wird jedoch erst nach der Obduktion feststehen. Die Eltern der jungen Männer wurden umgehend von Seelsorgern betreut.
Die Staatsanwaltschaft Köln wollte keine Stellung nehmen und den Tod der Männer am Montag geheim halten. Ob es Mitwisser von ihrem Vorhaben gab, ob sie es sogar im Internet in entsprechenden Foren ankündigten, müssen die Ermittler nun klären.
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