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DJK Südwest in Köln-Sülz: Diesen uralten Ascheplatz müssen sich 750 Kicker teilen!

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Platzwart Günther Juchem  hat  derzeit den Pfützen-Acker gesperrt, Spiele abgesagt.

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Michael Wand

Köln -

Köln ist eine fußballverrückte Stadt, das Herz schlägt für den 1.FC Köln. In Sülz ist das Heiligtum des Traditionsclubs verortet, das Geißbockheim mit seinen edlen Rasenplätzen am Decksteiner Weiher.

Was kaum einer weiß: Nur ein paar Minuten entfernt, beim „DJK Südwest“, spielt Fußball ebenso eine Riesenrolle.

Die Nachfrage ist groß

Allerdings klaffen Begeisterung und Rahmenbedingungen wohl nirgendwo in Köln so weit auseinander: Hier müssen sich rund 750 Kicker (davon rund 500 Kinder und Jugendliche) einen einzigen, uralten Ascheplatz teilen!

Die Nachfrage in den kinderreichen, von Altbauzeilen und Einkaufsmeilen geprägten Veedeln Sülz und Klettenberg ist so groß, dass nun sogar ein Mitgliederstopp in der Fußball-Abteilung verhängt werden musste. Mehr verkraftet der alte Acker nicht.

„Im Sommer zermahlen 1500 Fußballschuhe die Oberfläche zu einer Staubschicht, die dann als Wolke über den Militärring niedergeht“, so DJK-Sprecher Christian Müller (52).

In diesen Tagen sieht es noch schlimmer aus. Als sich EXPRESS das Gelände am Militärring anschaut, ist der Platz von tiefen Pfützen zerfurcht.

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Wir wollen Kunstrasen! 500 fußballverrückte Jungs und Mädchen vom DJK Südwest müssen sich einen  30 Jahre alten Ascheplatz teilen. Jeder  zahlt fünf Euro  extra  pro Monat, um  seinen Anteil  beizusteuern.

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DJK

„Heute sollten zwei Meisterschaftsspiele stattfinden, doch die fallen wegen Unbespielbarkeit erneut aus“, erzählt Platzwart Günther Juchem (57).

„Es ist traurig. Oft rufen Gegner bei uns vor den Spielen an: Ihr habt doch diesen alten Ascheplatz - findet das Spiel überhaupt statt?“

Von Kickern für Kicker

Um für die knapp 40 Mannschaften und Trainingsgruppen endlich einen Kunstrasenplatz anzuschaffen, wird seit 2015 ein Zuschlag von fünf Euro pro Monat pro Kicker eingezogen.

Neue Ideen, wie die „Tschüss Asche“-Aktion mit dem Verkauf von kleinen Säcken („staubtrocken, intensiv bespielt, Strafraumlage“) für drei Euro das Stück, sind charmant, aber auch nicht die großen Geldquellen, um den Eigenanteil von 400 000 Euro zu stemmen. Müller: „Wir bauen auf die Unterstützungsbereitschaft im Veedel.“

Apropos Unterstützung: Auch die Willkommenskultur für Flüchtlinge wird im Veedel groß geschrieben.

Die Initiative „Hallo in Sülz“ kümmert sich um die neueste Unterkunft: Vor wenigen Tagen wurden an der Berrenrather Straße Container für 80 alleinreisende Frauen mit Kindern eingeweiht. Die ersten 30 Bewohnerinnen zogen bereits ein.